Druckschrift 
3 (1852)
Entstehung
Seite
117
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welche durch die Geschichte aufgeregi wurden. Tom kniete mitgefalteten Händen vor ihm, und mit dem Ausdrucke der Liebe, desGlaubens, der Anbetung auf seinem ruhigen Gesicht.

Tom," sagte sein Herr,das ist Alles für Dich wirklich?"

,,Jch kann gut es sehen, Mas'r", versicherte Tom.

,,Jck wünschte, ich hätte Deine Augen, Tom."

,,Jch wünschte bei dem lieben Gott, Mas'r hält' sie."

,,Aber, Tom, Du weißt, daß ich viel mehr Kenntniffe besitze,wie Du; wie nun, wenn ich Dir sage, daß ich dieser Bibel nichtglaube?"

Ach, Mas'r!" sagte Tom, und erhob mit flehender Geberdedie Hände.

Würde das Deinen Glauben nicht erschüttern, Tom?"

Kein Körnchen."

Aber, Tom, ich weiß doch mehr, wie Du?

Ach, Maö'r, habe» nicht eben gelesen, Er verhüllt den Ver-ständigen und offenbart de» Kindern? Aber, Mas'r sprechen nichtim Ernst, nickt?" fragte Tom ängstlich.

Nein, Tom. Ich habe keine» Unglauben, und denke, es istGruudzum Glauben da; und doch glaubeich nicht. Es ist eine trau-rige Gewohnheit, Tom!"

Wenn Mas'r nur wollte beten!"

Wie weißt Du, daß ich cs nicht thue, Tom?"

Thue es Mas'r?"

Ich würde, Tom, wenn Jemand da wäre; aber ich spreche inden leeren Raum, wenn ich cs thue. Doch komm, Tom, zeig mirjetzt, wie man beten muß."

Tom's Herz war voll; er ergoß cs im Gebete, gleich einemlange gedämmten Strome. Eines war dabei deutlich genug: Tomglaubte, es wäre Jemand, der ihn hörte. St. Cläre fühlte sich i»der Thal auf der Fluth seines Glaubens und seiner Gefühle fast zuden Thoren des Himmels getragen, den er so lebendig zu erblickenschien. Es war, als brächte ihn das Gebet näber zu Eva.

Ich danke Dir. meiuJuuge," sagte St. Cläre, als Tom auf-stand.Ich höre Dich gern; doch geh jetzt , und laß mich allein;ein ander Mal wollen wir mehr davon sprechen."

Tom verließ schweigend das Gemach.