Druckschrift 
3 (1852)
Entstehung
Seite
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Gänge führten hinab bis zu dem Ufer des Sees, dessen silberklareWasserfläche dalag, in de» Sonnenstrahlen sich erbebend und fallend, ein Gemälde, keine Stunde dasselbe, doch mit jeder reizender.

Es war einer jener goldenen Sonnenuntergänge, welche denganzen Horizont in ein Purpurmecr zu verwandeln scheinen und dasWasser in einen zweiten Himmel, Der Sec lag in purpurnen odergvldnen Streifen da, außer wo die weißbcflügelten Schisse hier unddort über seine Flächen hinglitten, gleich so vielen Geistern, und kleinegoldene Sterne blinkten auf sie herab, und spiegelten sich zitternd indem Wasser wieder,

Tom und Eva saßen auf einer kleinen Moosbank, in einer Laubeam Ende des Gartens, Es war ein Sonntag Abend und Eva'sBibel lag offen auf ihren Knieen. Sie las:Und ich sah einen Seewie Glas, untermischt mit Feuer."

Tom," sagte Eva, indem sie plötzlich anhielt und auf de» Seedeutete:

Da ist er! "

Was, Miß Eva?"

Sichst Du nicht? da!" sagte das Kind, und deutete aufdas krystallhclle Wasser, welches, wie es sich hob und sank, de» gol-denen Glanz des Himmels zurückwarf,

Wahrlich, Miß Eva," sagte Tom, und sang:

Ach hätst ich doch des Morgens Flügel,

Ich flog zu CanaanS Küsten hin;

Die Engel trügen über Thal und HügelZu Neu-Jerusaleni mich hin."

Wo denkst Du, daß Neu-Jerusalcm ist, Onkel Tom?" fragte

Eva.

Oben in den Wolken, Miß Eva."

Dann glaube ich, daß ich es sehe," sagte Eva.Blicke injene Wolken! Sie jeden aus wie große Tbore von Perlen, und Dukannst sehen, daß dahinter,weit, weit hin,Alles Gold ist.Tom, sing das vonHellen Geistern."

Tom sang die Worte einer wohlbekannten methohistischcn Hymne:

Ich sebe belle GeisterKosten Wonne bei dem Meister;

Schneeweiß ist ihr Gewand,

Palmen weh'» in ihrer Hand."