Druckschrift 
3 (1852)
Entstehung
Seite
62
Einzelbild herunterladen
 

62

Deine religiösen Begriffe zn mischen, mir finde ich fic außerordentlichunpassend für Leute in solcher Lage."

Das find sie in der Thal," sagte Mrs. Shelby,und des-halb Haffe ich von ganzer Seele die Sache. Ich sage Dir, meinLieber, ich kann mich nicht von dem Versprechen entbinden, das ichdiesen hülflosen Geschöpfen gab. Kann ich keinen andern Weg fin-den, das Geld auszutrciben, so werde ich Musikschüler annehmcn;ich könnte genug bekommen, wie ich weiß, und dadurch das Geldselbst verdienen."

Du würdest Dich doch nicht so herabwürdigen, Emilie? Ichkönnte bas nie zugeben."

Herabwürdigen? Würde es mich so bcrabwürdigen, alswenn ich das den Hülflosen gegebene Wort bräche? Nein, in derThat nickt."

Nun, Du bist immer heroisch und überspannt," sagte Mr.Shelby;aber ich glaube. Du thätest besser, Dir die Sache zu über-legen, ehe Du solche Donquiroterien unternimmst."

Hier wurde das Gespräch dadurch unterbrochen, daß TanteCHIoe am Ende der Veranda erschien.Wenn Euch gefällt, Mis-sis," sagte sie.

Nun, Chloe, was giebt's?" sagte ihre Herrin, indem sie auf-stand und an das Ende des Balcons trat.

Wenn Missis wollten kommen und sehen auf diese Geflügel."

Mrs. Shclbh lächelte, als sie eine Menge Hühner und Entenerblickte, auf welche Chloe mit sehr ernster Miene herabsah.

Ich war denkend, ob Missis will haben Hühnerpastete vondiese."

Wirklich, Tante Chloe, ich kümmere mich darum nichtsehr;bereite sie zu, wie Du willst."

Tante Chloe war offenbar nicht mit den Hühnern beschäftigt,und endlich sagte sie mit dem kurzen Gelächter, mit welchem ihrStamm oft einen zweifelhaften Antrag zu stellen pflegt:

Herr, hilf, Missis, waswegen Mas'r und Missis quäle» sichselbst um bas Geld und nicht brauchen, was ist recht in ihr Hand?"fragte Chloe und lachte wieder.

Ich verstehe Dich nicht, Chloe," sagte Mrs. Shelby, welche»ach ihrer Kenntniß von Chloe's Art und Weise nicht bezweifelte, daß