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neu, daß seine Natur eine ganz andere werden würde, als sie bisherimmer gegenüber dem gefürchteten, allmächtigen und halb bewundertenFeinde war. Der Haß war sachte und allseitig heran geblüht, und diegeschmähte Gottheit der Selbstständigkeit und des eigenen Werthes hoballgemach das starke Haupt empor. Es war damal eine große, eine un-geheure Gemüthsbewegung in der Welt, eine einzige, in der alle anderenkleineren untersanken.
Als die Tage des Sommers vorrückten, lösete sich einmal bei einerder gewöhnlichen Begegnungen Hugo's Herz und Zunge. Da die schwarz-gekleidete Unbekannte ihren Schleier zurück geschlagen hatte, und grüßte,da man einige der gewöhnlichen Worte geredet hatte, sagte Hugo, daß erjetzt sehr wahrscheinlich nicht mehr lauge in der Stadt bleiben werde;denn wenn, wie es den Anschein gewinne, ein neuer Krieg gegen denLandesfeiud erklärt werden würde, so werde er in die Reihe der Kriegergegen denselben treten, und weil sich wahrscheinlich viele tausend Jüng-linge insgeheim zu diesem Ziele vorbereitet haben würden, so sei es viel-leicht möglich, daß man den Feind aus den Grenzen werfen und das Va-terland für immer befreien könne. Zu dieser That habe er sein Herz undsein Leben aufgespart. Er frage sie, ob sic ihm so gut sein könne, als erihr cs sei — sic möchte sich ihm doch einmal, einmal nennen, wer sie sei-nein das brauche er nicht — sie möchte ihm nur sagen, ob sie un-abhängig sei, ob sie, wenn sic ihn einmal näher kennen gelernt habenwürde, ihm folgen und sein Loos mit ihm thcilen möge — er werde ihralles darlegen, wer er sei und woher er stamme — nur die That der Va-terlandsbefrciung habe er noch mit zu thun, sie könne ja so lange nichtdauern, weil viele hundert Tausende dazu bcihelfen würden — er habeeinen traulichen Sitz im fernen Gebirge, dorthin würden sie dann gehen.Oder wenn sie abhängig sei, wäre es denn nicht möglich, daß er zu ihremVater, zu ihren Angehörigen käme, sich bei ihnen auswicsc, von ihnenkennen gelernt würde, und dann um sie bäte. Sei sie aber frei und ihreeigene Herrin, wäre er denn nicht würdig, ihr Haus zu betreten k Ermeine cs treu und gut; so lange er lebe, sei keine Faser an ihm gegenirgend einen Menschen falsch gewesen. Sie möchte nun, da er geredethabe, auch reden.
Diese Worte hatte er eilig gesagt, und sie heftete die sanften Augenauf ihn.