glühendem Geize zusammen, bald verschwendete er ihn, und wenn erdraußen unter den Menschen war, lud er alle Wollüste auf seinen Leib.— Dann kam er nach Hause und saß an manchem Nachmittage hinterdem hochgethürmten Schutte seines Hauses, den er gerne besuchte, nebender zerrissenen Aloe, und hielt sei» bereits grau werdendes Haupt in bei-den Händen. Er dachte, er sehne sich nach dein kalten feuchten Welt-theile Europa, cs wäre gut, wenn er wüßte, was dort die Weisen wissen,
und wenn er lebte, wie dort die Edlen leben.-Daun heftete er die
Augen auf den Sand, der vor ihm dorrte und glizzertc— und blickteseitwärts,- wenn der Schatten der traurigen Dcborah um die Ecke einerMaucrtrümmer ging, und sie ihn nicht fragte, was er sinne. — Aber cswaren nur flatternde Gedanken, wie einem, der auf dem Atlas wandert,eine Schneeflocke vor dem Gesichte sinkt, die er nicht Haschen kann.
Wenn Abdias nur erst wieder hoch auf dem Kameelc saß, mitten ineinem Trosse, befehlend und herrschend: dann war er ein anderer und esfunkelten in Lust die Narbcnlinicn seines Angesichtes, die so unsäglichhäßlich waren, und daneben glänzten in Schönheit die früheren Augen,die er behalten batte, — ja sie wurden in solchen Zeiten noch schöner,wenn cs um ihn von der Wucht der Menschen, Thicre und Sachen schüt-telte — wenn sich die Größe und Kühnheit der Züge entfaltete, und ermit ihnen ziehen konnte, gleichsam wie ein König der Karawanen; dennin der Ferne wurde ihm zu Thcil, was man ihm zu Hause entzog:Hochachtung, Ansehen, Oberherrschaft. Er sagte sich dieses vor undübte cs recht oft, damit er cs sähe — und je mehr er befahl und forderte,um so mehr thaten die Andern, was er wollte, als wäre cs eben so, undals hätte er ein Recht. Obwohl er fast ahucte, daß cs hier das Goldsei, welches ihm diese Gewalt gebe, so hielt er sie doch fest und ergötztesich in ihr. Da er einmal den rcichgckleidcten Herrn, Melek-Bcn-Amar,den Abgesandten des Bei, den dieser zu ihm in die Stadt Bona geschickthatte, um ein Anleihen zu erzwingen, recht lange hatte warten, undrecht inständig hatte bitten lassen, bis er ihm willfahrte, so war er fastin seinem Herzen gesättigt. Als er von da eine Reise durch Libicnmachte, kostete er auch das Glück der Schlachten. Es waren Kauflcute,Pilger, Krieger, Gesindel und Leute aller Art, die sich zu einer großenKarawane zusammen gethan hatten, um durch die Wüste zu ziehen.Abdias war in seidenen Kleidern und glänzenden Waffen unter ihnen;