Druckschrift 
2 (1855)
Entstehung
Seite
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dessen eine Seite durch sehr große Glasfcnster geschlossen ist, außer denenein gläsernes Haus ist, in welchem Gewächse stehen. Die andere Seiteenthält die Thürcn zu den Wohnungen ; eine zu zwei Zimmern des Obrist's,eine andere zu denen Margarita's. Zwischen beiden ist das Bücherzimmer;man kann aber durch dasselbe von dem Obrist zu Margarita kommen.Das eine Ende des Ganges, gleich neben Margarita's Thür, ist durch eingroßes Zimmer geschlossen, das viele und große Fenster hat, weil dasZimmer ebenfalls bestimmt ist, im Winter Blumen und Gewächse zu ent-halten, Das andere Ende führt in drei Zimmer, die noch nicht fertigsind. Zu beiden Enden des Ganges stehen sehr schief hinüber auf einerSeite die Gemächer der Diener, die Küche und anderes, auf der anderender Pfcrdestall und das Wagenbehältniß, Die Scheuer ist weiter zurückgegen das Eichcnhag, und neben ihr werden Ställe für andere Thiere ge-baut, Als mir der Obrist seine zwei Zimmer gezeigt hatte, führte er michauch zu Margarita hinüber. Hier verkündete sich die Reinlichkeit schonvon außen; auf der breiten Schwelle, die zwischen dem Thürfutter dersehr dicken Mauer ist, lag eine feine gelbe Matte aus Rohr, die genau inLen Raum paßte, und diente, daß man sich die Sohlen abwischc. DerObrist klopfte an, und cs tönte ein Herein, Wir gingen hinein und fan-den sie mitten in dem ersten Zimmer stehen, und wahrscheinlich im Be-griffe, zu sehen, wie all die Sachen stünden, und ob nichts abgeändcrtwerden müsse. Eine Dienerin ging eben von ihr und hatte verschiedeneDinge auf dem Arme, Das Zimmer war ganz rein gefegt, cs war keinStäubchen, und die Dinge standen in der vollkommenen Ordnung, Diebraunen Haare Margarita's legten sich so schön an das Haupt, und diebraunen Augen blickten so klar, wie das Zimmer, Das Mädchen ist sogesund, daß man nicht denken kann, wte cs eine Krankheit beginnen sollte,hier Eingang zu finden. Sie zeigte uns die Sachen, wie sie gestellt seien,und fragte uns, ob es so bleiben könnte. Als wir beide sagten, daß essehr gut sei, antwortete sie, daß sie die Dinge alle Tage anschauen werde,und da müsse sich schon zeigen, ob man cs ändern solle. Wir gingen auchin das zweite Zimmer, Da stand hinter hohen geschlossenen Vorhängenihr Bettlciu, Auf einem kleinen Tischlein war ein Crucifir von sehr guterArbeit, Gegenüber war ein Kasten, in dem nette Bücher standen, unddaneben war ein Tischlein, wo sie lesen konnte und ihre kleinen Aussätzeschreiben. Der Obrist führte mich durch das Büchcrzimmer in seine Woh-