Druckschrift 
2 (1855)
Entstehung
Seite
112
Einzelbild herunterladen
 

Sache ging jetzt wirklich sichtbar rascher, seit er die mehreren Händegewonnen hatte, als früher, obwohl cs da auch, wie ich schon gesagthabe, viel schneller von statten ging, als einstens bei mir. Der Obristkam auch häufig zu mir, und wir sahen sehr bald schon nicht mehr dar-auf, wer dem andern einen Besuch aus Höflichkeit schuldig sei, odernicht, sondern wie cs einen anmuthete, daß er zu dem andern gehen sollte,nahm er sein Barett und ging. Es ist eine wahre Freude für mich ge-worden, die Gespräche dieses Mannes anhören zu können, und es thatmir auch wohl, von dem, was ich dachte, was ich erforschte und was ichfür die Zukunft vor hatte, zu ihm reden zu können. Ich war jetzt ge-wöhnlich vor meinem Mittagsmahle schon mit meinen Tagesgeschäftenfertig, und ging Nachmittags, wenn die Soinmersonne wie ein glänzen-des Schild zu den Abeudwäldern sachte hinüber ging, gerne zu ihm hin-auf, um die Zeit bis zu dem lauen Abende mit ihm zubringen zu können,worauf ich wieder heim ging, um mich bei meinen Forschungen und beimeinen Vorbereitungen für den folgenden Tag zu beschäftige». Wenn icheines Tages länger aufgchalten war, und vielleicht nach dem Essen etwasmehreres anzuordncn hatte, als gewöhnlich, weil da die Boten warteten,die ich mit Mitteln zu den verschiedene» entfernten Kranken schicken mußte,von denen sic gekommen waren: so kam er schon herunter und sagte, erwolle sehen, ob ich krank sei, oder ob ich so viel zu thnn hätte, daß ichnicht zu ihm hinauf kommen könnte. Wenn er dann sah, daß ich nurso viel zu schaffen gehabt hatte, daß ich nicht zu ihm kam, war cs ihmschon recht.

Seine Tochter Margarita war sehr schön. Ich habe einmal eine inPrag gekannt, Christine, die Tochter eines Kaufherrn, die sehr schöngewesen ist, aber Margarita war viel schöner.

Das einzige, was in meinen Sache» dieses Sommers gefördert wurde,war der Wagen, welchen ich für die zwei jungen Pferde bestellt hatte undwelcher ankam. Wir versuchten die Thiere darin, und der Obrist warherunten, und gab uns in vielen Kleinigkeiten hiebei seinen Rath, deruns außerordentlich zum Vorthcile war. Er nahm einmal sogar selberdie schlanken Rappen in die Lcitriemen zusammen, und fuhr mit ihnen sogeschickt den Weg entlang, als wären sie seine Wolfshunde, die ihm sehrfolgen. Der Wagen war schön, leicht, und war in seinen Einrichtungenund in seiner Gestalt zu meiner Zufriedenheit ausgefallen. Der Obrist