Druckschrift 
2 (1855)
Entstehung
Seite
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man das Krachen und Stürzen vernehmen. Der Himmel war immerweißlich, wie den ganzen Tag, ja sein Schimmer schien jetzt gegen Atzendnoch lichter zn werden; die Lnft stand gänzlich unbewegt und der feineRegen fiel gerade herunter.

„Gott gcnade dem Menschen, der jetzt im Freien ist, oder gar imWalde," sagte Einer ans den Umstehenden.

„Er wird sich wohl gerettet Hatzen," sagte ein Anderer; „denn heutebleibt Niemand ans einem Wege."

Ich und der Thomas trugen starke Lasten, die schier nicht mehr zuerhalten waren, deßwegcn nahmen wir Abschied von den Leuten, undgingen unserm Hanse zn. Jeder Baum hatte einen schwarzen Fleck umsich, weil eine Menge Zweige herab gerissen war, als hätte sie ei» starkerHagelschlag getroffen. Mein bölzernes Gitter, mit dem ich den Hof vondem Garte», der »och nicht fertig war, abschlicße, stand silbern da, wievor dem Altäre einer Kirche; ein Pflaumenbaum daneben, der noch vondem alten Allerb hcrrührte, war geknickt. Die Fichte, bei welcher meinSommerbänklein steht, hatten sie dadurch vor Schaden zn verwahrengesucht, daß sie mit Stangen, so weit sie reichen konnten, das Eis hcr-abschlugen — und wie der Wipfel sich gar schier zu neigen schien, ist derandere Knecht, Kajetan, hinauf gestiegen, hat vorsichtig oberhalb sichherab geschlagen und hat dann an die obersten Aeste zwei Wiestzaumseilegebunden, die er herab hängen ließ, und an denen er von Zeit zu Zeitrüttelte. Sie wußten, daß mir der Baum lieb war, »nd er ist auch sehrschön, und mit seinen grünen Zweigen so bebuscht, daß sich eine unge-heure Last von Eis daran gehängt, und ihn zerschellt oder seine Aeste zer-rissen hätte. Ich ging in meine Stube, die gut gewärmt war, legte alleDinge, die ich aus dem Schlitten zu mir gesteckt hatte, auf den Tisch,und that dann die Kleider weg, von denen sie unten das Eis herab schlu-gen, und sie dann in die Küchenstnbe aufhängen mußten ; denn sic warensehr feucht.

Als ich mich anders angekleidct hatte, erfuhr ich, daß der Gvttliebzu dem Walde des Thaugrnndes hinab gegangen und noch immer nichtznrückgekehrt sei, weil er wisse, daß ich durch den Thaugrund mit meinemSchlitten daher kommen müsse. Ich sagte dem Kajetan, daß er ihnholen solle, daß er sich noch Jemand mitnehme, wenn er einen findenkönne, der ihn begleite, daß sie eine Laterne und Eisen an die Füße und