richtet wurde, er besorgte mein Holz, nagelte manches an, wenn es irgendwo herunter brach, und that auch noch andere schwere Arbeit. DieKühe pflegte er ebenfalls fort. Dann war die Haushälterin Maria,welche die Speisen, die Wäsche, die Kleider, die Zimmerreinigung unddergleichen besorgte, und endlich zwei Mägde, und darunter eine, der ichim vorigen Jahre auch in einer TodeSkrankheit geholfen hatte.
Wir mußten einen schweren Winter überstehen. So weit die älte-sten Menschen zurück denke», war nicht so viel Schnee. Vier Wochenwaren wir einmal ganz cingehüllt in ein fortdauerndes graues Gestöber,das oft Wind hatte, oft ein ruhiges aber dichtes Niedcrschütten vonFlocken war. Die ganze Zeit sahen wir nicht ans. Wenn ich in meinemZimmer saß, und die Kerzen brannten, hörte ich das unablässige Rieselnan den Fenstern, und wenn cs licht wurde, und die Tazeshelie eintrat,sah ich durch meine Fenster nicht auf den Wald hin, der hinter der Hüttestand, die ich hatte abbrechen lassen, sondern es hing die graue lichteaber undurchdringliche Schleierwand herab; in meinem Hofe und in derNähe des Hauses sah ich nur ans die unmittelbarsten Dinge hinab, wennetwa ein Balken empor stand, der eine Schneehaube hatte, und unendlichkurz geworden war, oder wenn ein langer weißer wolliger Wall anzeigte,wo meine im Sommer ausgehanenc» Bäume lagen, die ich zum weiternBaue verwenden wollte. Als alles vorüber war, und wieder der blaueund klare Winterhimmel über der Menge von Weiß stand, hörten wir oftin der Todtenstille, die jetzt eintrat, wenn wir an den Hängen hinunterfuhren, in dem Hochwalde oben ein Krachen, wie die Bäume unter ihrerLast zerbrachen und umstürzten. Leute, welche von dem jenseitige» Landeüber die Schneide herüber kamen, sagten, daß in den Berggründen, wosonst die kleinen klaren Wässer gehen, so viel Schnee liege, daß die Tan-nen von fünfzig Ellen und darüber nur mit den Wipfeln heraus schauen.Wir konnten nur den leichteren Schlitten brauchen — ich hatte nämlichnoch einen machen lassen — der etwas länger aber schmäler war, als derandere. Er fiel wohl öfter um, aber tonnte auch leichter durch dieSchluchten, welche die Schneewehen bildeten, durchdringen. Ich konntejetzt nicht mehr allein zur Besorgung meiner Geschäfte herum fahren,weil ich mir mit allen meinen Kräften in vielen Fällen allein nicht helfenkonnte. Und es waren mehr Kranke, als es in allen sonstigen Zeiten ge-geben hatte. Deswegen fuhr jetzt der Thomas immer mit mir, daß wir