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2 (1855)
Entstehung
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daß es allezeit meine Schuldigkeit ist. das Eingetragene drei Jahre auf-zubewahren. So wird cs sein bis zu meinem Ende, und gebe mir Gotteinen reumiithigcn Tod, und eine gnädige Auferstehung."

Zum Bemerken. Es ist eine fast traurige und sündhafte Be-gebenheit, die mir das Gelöbniß und Pergamentbuch eingegeben hat:aber die traurige Begebenheit wird in Heil ausgehen, wie schon dasPergamentbuch der Anfang des Heiles sein muß.

Man sagt, daß der Wagen der Welt auf goldenen Rädern cinher-geht. Wenn dadurch Menschen zerdrückt werden, so sagen wir, das seiein Unglück; aber Gott schaut gelassen zu, er bleibt in seinen Mantelgehüllt und hebt deinen Leib nicht weg, weil du cs zuletzt selbst bist, derihn hingelcgt hat; denn er zeigte dir vom Anfänge her die Räder, unddu achtetest sie nicht. Deßwegen zerlegt auch der Tod das Kunstwerkdes Lebens, weil alles nur Hauch ist, und ein Reichthum herrscht ansolchen Dingen. Und groß und schreckhaft herrlich muß das Ziel sein,weil dein unaussprechbar Wehe, dein unersättlich großer Schmerz nichtsdarinnen ist, gar nichts oder ein winzig Schrittlein vorwärts in derVollendung der Dinge. Das merke dir, Augustinus, und denke an dasLeben des Obrist.

Gedenke daran.

Noch trag ich ein, was ich so bitter überlegt habe: Weil cs vonheute an gewiß ist, daß ich mir kein Weib antrauen werde und keineKinder haben werde, so dachte ich, da sie mir das gebundene Buch brach-ten, wie ich cs angcordnct, und da ich die vielen Seiten mit rother Tinteeinnummerirt hatte, wer wird es denn nun finde», wenn ich gestorbenbin? wie werden die irdischen Dinge gegangen sein, wenn Einer dieSchwere nimmt, das Seidenbändlein abzuschneidcn, das ich nicht mehrgekonnt, weil ich eher fortgcmnßt? cs ist ein ungewisses Ding, ob da-mals viele Jahre vergangen sind,, oder ob schon morgen Einer die Blät-ter auf dem Markte herumträgt, die ich heute so liebe und für so vieleZukunft heimlich in die Lade thue.

Wer weiß cs und wer kann cs wissen ich aber werde sic dochHineinthun.

Deine Vorsicht, Herr, erfülle sich, sie mag sein, wie sie will. Ver-zeihe nur die Sünde, die ich begehen gewollt, und gebe mir in Zukunft