Druckschrift 
2 (1855)
Entstehung
Seite
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standen die Jahreszahlen mit gelber, schwarzer und wieder gelberTinte.

Als ich so diese Bücher heraus legte, und der Blätter, auf denenviel hundertmal die Kinderhände geruht haben mochten, sorgsam schonte,daß sie mir nicht auseinander fielen, kam ich auf ein anderes Buch, dasdiesen gar nicht glich, und von jemanden ganz andern hcrrühren mußte,als von einem Kinde. Durch Zufall lag cs hier unter den Büchern derKinder, aber cs war von einem Greise, der längstens gelebt hatte, undder längstens schon in die Ewigkeit gegangen war. Das Buch bestandaus Pergament, hatte die Höhe Von vier an einander gelegten Schulbü-cher», und war eigentlich aus lauter ungebundenen Heften zusammengelegt. Ich schlug sie auf, aber nichts war da, als die Seitenzahlen, mitstarken Ziffern und rothcr Tinte hingcmcrkt, das übrige war weißesPergament, nur von Außen mit dem gelben Rande des Alters umflossen.Im einzigen ersten Hefte war ungefähr die Dicke eines Daumens mit al-ter, breiter, verworrener Schrift besetzt, aber auch die Lesung dieserWorte war gleichsam verwehrt; denn immer je mehrere der so beschriebe-nen Blätter waren an den Gegcnrändern mit einem Messer durchstochen,durch den Schnitt war ein Scideuband gezogen und dann zusammen ge-siegelt. Wohl fünfzehn solcher Einsieglungcn zeigte der Anfang des Bu-ches. Die letzte leere Seite trug die Zahl achthundert fünfzig, und aufder ersten stand der Titel:llalearla voetoris Lugustini tvm. II."

Mir war das Ding sehr seltsam und räthselhast, ich nahm mir vor,nicht nur das Buch in die Wohnung hinab zu tragen, und bei Gelegen-heit die Blätter auf zu schneiden und zu lesen, sondern auch von denanderen Sachen dasjenige, was mir gefiele, zu nehmen und zu behalten;aber che ich dieses thäte, mußte noch etwas anderes ausgcführt werden;denn bei Herausholung dieser Pergamente war mir augenblicklich dasalte Lcderbuch eingefallen, in dem der Vater vor mehr als fünfundzwan-zig Jahren immer gelesen hatte; ich dachte, daß dieses offenbar der ersteTheil der Lalcsria sein müßte, und wollte sehen, ob ich es nicht auch indiesen Dingen finden könnte. Das andere war aber nicht lose, sondernin dunkelrothem Leder gebunden und mit messingenen Spangen versehengewesen, was uns Kindern immer so sehr gefallen hatte. Ich nahm nunBlatt für Blatt, Bündel für Bündel heraus, löste alles auf, und durch-forschte es ; allein ich gelangte endlich auf den Boden der Truhe, ohne