Druckschrift 
3 (1855)
Entstehung
Seite
303
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spielte sie etwas Heiteres und Kräftiges auf diesen Saiten. Alfred behan-delte sic sehr zart, und man sah, er hegte und pflegte sie in seinemHerzen.

Wir blieben außer Maria, die zurück mußte, zwei Tage auf demGehöfte, und wurden mit Freude und Bewirthung überhäuft.

Auch Alfred und Camilla kamen später zu uns aus das Haidehaus,und blieben zwei Tage.

Als die Zeit, die ich mir bei Rikar bestimmt hatte, vorüber war,als wir Alles geredet hatten, was zu reden war, nahm ich Abschied. DerAbschied war sehr herzlich, und man trug mir auf, recht bald wieder zukommen.

Leben Sie wohl, lieber theurcr Mann," sagte Maria,und kom-men Sie sehr bald wieder."

Ich hatte mir dieses Mal den Weg über Sanct Gustav gewählt,und von da nach Riva, und in der kürzesten Linie nach Treulust zurück.

Zu Maria hatte ich nicht das Leiseste nicht das Leiseste gesagt.Wie sollte ich auch? Dieses Mädchen steht so fest auf dem irdischen Bo-den, und sein Herz ragt doch so schön und zart in den höchsten Himmelhinein. Ich trage ihr Bild heiß heiß in meinem Herzen. Aber waskann sic mir sein? Sie ist gut, freundlich und lieb gegen mich, aber siehat, wenn auch ohne Wunsch und Begehr, ein anderes Bild in sich.

Ich werde nie mehr zu Rikar gehen.

Der Zufall, der immer eine solche Rolle in meinem Leben gespielthat, hatte mich in dieses Haus geführt, um mir zu zeigen, welch' einGlück cs für mich gäbe, und um es mir auf immer zu nehmen.

Ich hatte gar nie gewußt, daß ein solches Mädchen auf der Erdemöglich ist. Wie wäre cs schön, wenn sie um mich waltete, wenn siewirthschaftete, schaffte, mich mit dem klaren, einfachen, heiteren Verständeumgäbe, immer und zu jeder Frist freundlich, offen und gut wäre, undin dem edlen starken Herzen mich mit der tiefsten heißesten Gattcnlicbctrüge. Wie wollte ich in dem jetzt einsamen Trculust walten, oder wiegerne wollte ich auch in dem stillen Alpcnthale bei ihr sein, und dort mitihr wirken und schaffen. Ich sollte nur erkennen, was einzig schönund göttlich ist, um es dann auf ewig ferne zu haben.