Druckschrift 
3 (1855)
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auf diese Art fröhlich der süßen Ruhe, die den Menschen seines Standesund Landes nächst der Nahrung des Leibes, oder noch vielleicht vor der-selben, das Höchste ist. Den Hirtenknaben fand ich auch, wie er gleich-falls auf der Erde zwischen den grauen Steinen lag, und sich wärmte.Außer diesen zwei Menschen und den wenigen Ziegen war in der ganzenGegend nichts Lebendiges zu schauen. Die Umgebung stimmte geradeso feierlich und lächelnd, wie sie immer im Süden ist, dazu. Ich ließmein Rohr abwechselnd von dem einen, der auf dem blendenden Schiff-holze lag, zu dem andern, der in die einförmigen Steine gelegt war, hinund her gehen. Von ihnen weg dehnte sich die tief dunkelblaue Fluthdes Sees hinaus, die nur zeitweise eine weiße feurige Furche warf, obenstand der ebenfalls tiefdunkle Himmel, der zu dem Bilde gehörte, und andem Rande woben die violetten duftigen Berge.

Da ich eine Zeit gestanden war, und mich erholt hatte, wendete ichmich wieder um, und verfolgte meinen Weg wieder weiter.

Ich kam nach und nach in die Schlucht, welche der Knabe angedcutethatte. Es begannen aus dem Rasen sich Steine zu heben, die mich inden natürlichen Zwischenraum, den sic zwischen sich ließen, hinein lock-ten. Bald ging ich auf einem Pfade, zu dessen beiden Seiten hohe Fels-wände waren, aufwärts. Der Pfad hob sich dann selber an der rechtsei-tigcn der Wände, und hatte links unter sich einen tiefen Grund, in wel-chem die Furche eines Gießwassers lief. Die Furche aber war nicht zusehen, da die ganze Spalte, wie überall an den Ufer» dieses Sees, mitdichtem Gebüsche und mit schlanken wuchernden Bäumen bedeckt war.Unter dem Geheimnisse dieser grünen Decke hörte ich das Wasser, dasjetzt sehr schwach war, fließen, ich hörte bald das Rascheln kleinerAbstürze, bald das Nieseln größerer Wasserfälle, während rechts vonden Felsenmauern der brennende Sonnenstrahl auf mich siel. So gingich weiter.

In kurzer Zeit erblickte ich das Häuschen, von dem der Knabe ge-sprochen hatte. Es war schneeweiß, stand sehr nahe an dem Felsen, undschien von Weitem so flach zu sein, als wäre es mit dein Weinlaubge-länder, das hier überall um die Häuser läuft, an die Steine angebunden.

Da ich hinzu gekommen war, klopfte ich an die Thür, worauf eineMagd erschien, und mich um mein Begehren fragte.

Ich sagte, daß ich einen Mann mit Namen Hieronimus suche.