Druckschrift 
3 (1855)
Entstehung
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Ich wandte mich zum Gehen, er zog noch flüchtig die Lade desSchreibtisches heraus um zu sehen, ob er nichts vergessen habe, und wirschritten zur Thür hinaus. Es war sonderbar, cs fiel mir schwer aus,obwohl ich mit dem Manne nie in einer eigentlich näheren Verbindunggewesen war, daß er nun gehe, und, als wir das Zimmer verlassen hat-ten, die Schlüssel an der Thür stecken ließ, wo bisher immer, wenn ichin seiner Abwesenheit vorbei ging, ein festes nettesVorhängschloß angelegtwar. Als wir in den Hof gekommen waren, sagte er der Magd, die wirdort sahen, und der gewöhnlich das Zimmcrfegen oblag, daß er nun reise,daß die Schlüssel stecke», und daß sic über das Zimmer verfügen könne.

Wir schritten nunmehr bei dem Thore hinaus. Auf der Gasse sagteer zu mir:Ich danke Euch noch einmal sehr freundlich für die Güteund Aufmerksamkeit, die Ihr in meiner Krankheit für mich gehabt habt.Ihr seid ein guter gefälliger Mensch, vielleicht treffen wir uns auf dieserWelt noch einmal irgend wo wieder."

Wo wohnt Ihr denn'?" fragte ich ihn.

Ich habe bisher in Meran gewohnt," antwortete er;wo ich inZukunft wohnen werde, weiß ich noch nicht. Wenn Ihr aber einmalnach Meran kommet, dürft Ihr nur nach mir fragen, und man wird Euchdann meinen Aufenthaltsort schon sagen. Oder wenn Ihr mir EurenWohnort nennet, so kann ich Euch auch einen Brief schreiben, worin ichEuch anzeige, wo ich sein werde. Wenn Ihr dann einmal in die Nähekommt, so geht Ihr zu mir. Ich werde gewiß eine große Freude haben,Euch zu sehen."

Und ich gewiß auch," antwortete ich.

Ich nahm nach diesen Worten eine Namenskarte aus meinem Ta-schenbnche, schrieb mit starker Bleifeder meine Wohnung auf die Kehr-seite, und sagte:Unter dieser Aufschrift wird mich ein Brief von Euchzu jeder Zeit des Jahres finden."

Er nahm die Karte und that sie in seine Schreibtafel.

Nun gingen wir schweigend neben einander her, entweder weil wirwirklich nichts zu reden wußten, oder weil wir gespannt waren. Endlich,gleichsam um das kleine Stück Weges, das wir noch bis zur Post hatten,auszufüllen, that er die Frage:Seid Ihr schon einmal in Italiengewesen?"

Es war wohl schon seit Jahren mein sehnlichster Wunsch, dieses