Druckschrift 
3 (1855)
Entstehung
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168
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wohl cr ihn damals gleich nach kurzer Bekanntschaft Tiburius genannthatte, so thut er es jetzt nicht mehr, sondern sagt immer:Mein FreundTheodor."

Auch seine Gattin, die dem Herrn Tiburius zur Zeit seiner Narr-heit besonders gram gewesen war, schätzt und achtet ihn jetzt bedeutend:Maria aber wird von ihr auf das Herzlichste und Innigste geliebt, undliebt sie wieder.

Mit dem treuen reinen Verstände, der dem Erdbeermädchen eigengewesen war, fand sie sich schnell in ihr Verhältnis, daß man sie in ihmgeboren erachtete, und mit ihrer naiven klaren Kraft, dem Erbthcilc desWaldes, ist ihr Hauswesen blank, lachend und heiter geworden, wie einWerk aus einem einzigen, schönen und untadclhaftcn Gußc.

Tiburius ist nicht der erste, der sein Weib aus dem Bauernstandsgenommen hatte, aber nicht alle mochten so gut gefahren sein, wie er.Ich habe selbst Einen gekannt, dem sein Weib alles auf ihren lieben,schönen, ländlichen Körper verschwendete.

Der Vater Maria's, weil cs ihm in dem leeren Muldenhäuschen zulangweilig geworden war, lebt bei seinen Kindern, wo cr in dem Stüb-chen die Uhr hat, welche sonst in der Stube seines Wohnhauses gehan-gen war.

So wäre nun bis hieher die Geschichte von dem Waldsteigc aus.Zuletzt folgt eine Bitte: Herr Theodor Kncigt möge mir verzeihen, daß ichihn immer schon wieder Tiburius geheißen habe; Theodor ist mir nichtso geläufig und gegenwärtig, wie der gute liebe Tiburius, der mich da-mals so furchtbar angeschnaubt hatte, als ich sagte:Aber Tiburius,Du bist ja der gründlichste Narr und Grillenrcitcr, den es je auf derErde gegeben hat."

Habe ich nicht recht gehabt?

Nachschrift. In dem Augenblicke, da ich dieses schreibe, gehtmir die Nachricht zu, daß der einzige Kummer, das einzige Nebel, dereinzige Harm, der die Ehe Maria's und Tiburius getrübt hat, gehobenist es wurde ihm nämlich sein erstes Kind. ein lustiger schreienderKnabe, geboren.