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gebracht, cr kam mir schon ei» Paar Male zu Ohren, und ein Freund zuHause nennt mich unaufhörlich so — wenn Du meinen Worten nichtglaubst, so kann ich cs Dir beweisen — warte, ich habe einige Briefe beimir, auf welchen die Ausschrift auf meinen Namen gemacht ist — undwenn Du dann auch noch zweifelst, so kann ich Dir morgen mein Taus-zeugniß weisen, in welchem mein Name unwiderleglich steht."
Bei diesen Worten griff er in die Brnsttaschc seines grauen Rockes,in der cr mehrere Papiere hatte. Maria aber faßte ihn an dem Arme,hielt ihn zurück und sagte: „Lasset das, Ihr braucht cs nicht. Weil Ihrcs gesagt habt, so glaube ich es schon."
Er ließ mit einigem Zögern die Papiere in der Tasche, zog die leereHand heraus, und Maria ließ dann mit der ihrigen seinen Arm los.
Nach einer Weile fragte Herr Tiburius: „Also hast Du mir in deinBade nachgesorschtl"
Maria schwieg ein wenig auf die Frage, dann sagte sie: „FreilichHab ich Euch nachgcforscht. Die Leute sagen auch noch andere Dinge —sie sagen, daß Ihr ein sonderbarer und närrischer Mensch seid — aberdas thut nichts."
Nach diesen Worten richtete sic sich zum Gehen. Herr Tiburius gingmit ihr. Sie sprachen von dem Frühlinge, von der schonen Zeit; undwo der Weg die Gabel bildet, trennten sie sich — ihr Pfad ging links indie Waldesticfe hinunter, der seinigc rechts gegen die Wand.
Herr Tiburius ging nun auch einmal auf den Muldcnhügcl hinauf,wo das Häuschen ihres Vaters stand, und nach diesem ersten Besuchekam cr öfter, indem cr die Pferde und die Leute auf dem gewöhnlichenPlahe der Straße auf sich warten ließ. Er saß bei dem Vater und redetevon verschiedenen Dingen mit ihm, wie sie dem Manne eben einsielen, —und cr redete auch mit Maria, wie sie in dem Hause so herumarbeitetc,oder, wenn sie in der Stube waren, zu ihnen an den Tisch trat und zu-horchte — oder, wenn sie ans der Gassenbank saßen, daneben stand, dieHand an das Angesicht hielt, und auf die fernen Berge oder auf die Wol-ken hinaus schaute. Der Vater verzärtelte das Mädchen, er ließ sie ar-beiten, was sie wollte, oder er ließ sie auch, wenn cs ihr gefiel, fort wan-dern und müssig in dem Walde herum gehen. Zuweilen begleitete sic denHerrn Tiburius ein Stückchen auf dem Hügel, und machte sich gar nichtsStifter, -i. Nufl. III. 1l