Stadt uni alle Bücher, welche von Bädern handeln, um zuerst aus ihnenzu entnehmen, wohin er gehen solle, dann wolle er erst das Weitere an-ordnen. Allein der Gedanke des Bades hatte ihn so ergriffen, daß ernicht seinen bisherigen gewöhnlichen Weg, nämlich erst alle möglichenBücher zu lesen cinschlng, was übrigens auch zur Folge gehabt hätte,daß er in diesem Sommer in gar kein Bad mehr gekommen wäre; son-dern er entschied sich in der That sofort für das Bad, welches der Doctorvorgeschlagen hatte. Das erste, was er nun that, war, daß er befahl,daß sein Rcisewagcn in reisefertigen Stand gesetzt werde. Seine Leuteerschraken über diesen Befehl, leisteten ihm aber Folge. Er hatte in sei-nem ganzen Leben keinen Reisewagcn gebraucht, da er nie weiter von sei-nem Gute gekommen war, als in die Stadt. Daher glaubten seineHausgenossen, daß er erst jetzt vollends närrisch geworden sei, oder sichim Beginne der Besserung befinde. Sie zogen den Neisewagen aus sei-nem Behältniß, in welchem er, seit ihn Herr Tibnrius hatte machen las-sen, gestanden war, ans den Hof hervor, und untersuchten ob er an allenStellen gut sei, und versahen ihn dann mit alle» Sachen, welche ein sol-cher Reisender wie Herr Tibnrius war, ans seinem Wege brauchen könnte.Hierauf schickte er um alle Bücher, welche über dieses einzelne Bad vor-handen wären, daß er sie mitnähme und dort lese. Dann schrieb er selberauf einen Bogen Papier die Sachen aus, welche seine Diener mitnchmenmußten, worunter auch seine Grauschimmel und sein Spazicrwagen wa-ren, die vorausgchen mußten, daß er sic dort gleich habe. Endlich mußtenoch sogleich au den nöthigcn Kleidern, Sitzkissen und andern Geräthcngearbeitet werden. Er machte diese Sachen mit ziemlichem Geschicke.
Zu dem Doctor, zu dem er noch zweimal während der Zeit gekom-men war, sagte er kein Wörtlein; derselbe schien auch auf die Unter-redung über das Bad völlig vergessen zu haben.
Nachdem so eine Weile vergangen war, kamen eines Tages vierPostpferde auf das Gut des Herrn Tiburius und zogen den Herrn in sei-nem Reisewagen zur Verwunderung aller Menschen in die Fremde fort.
Ich darf mich nicht darauf cinlafsen, seine Reise zu beschreiben, dasic mit dem Zwecke dieser Zeilen nicht gar innig zusammen hängt: aberdas muß ich doch sagen, daß es dem Herrn Tiburius vorkam, als fahre erschon viele, viele Meilen, als sei er schon in der fernsten Entfernung, da