Druckschrift 
3 (1855)
Entstehung
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zehre. Was er von dem Vater erhalten hatte, bestand freilich zum Thcilein dem Gute, das er eben bewohnte, aber in demselben lebte schon seitunvordenklichen Zeiten ein Altknccht, der das Gut verwaltete, und vondemselben meistens sehr reichliche Zinsen ablieferte. So blieb es auch beiHerrn Tiburius. Derselbe hatte also wenigstens in dem Augenblicke, daer das einzige Glied der Familie geworden war, nichts zu thun, als seinebedeutend großen Einkünfte zu verzehren. Er war von allen denjenigen,die bisher bei ihm gewesen waren, verlassen, und war recht hilflos.

Da die Umstände in der weiten Nachbarschaft bekannt gewordenwaren, gab cs sehr viele Mädchen, welche den Herrn Tiburius geheirathethätte», er erfuhr cs auch immer, aber er fürchtete sich, und that es durch-aus nicht. Er fing im Gegentheile an, für sich seinen Reichthum zu ge-nießen. Er schaffte vorerst sehr viele Gcrathe an, und sah auch daraufdaß sie schön seien. Hiebei wurden auch schöne Kleider, an Linnen undTuch, dann Vorhänge, Teppiche, Matten und alles in's Haus gebracht.Auch war endlich jedes, was als gut zu essen oder zu trinken gepriesenward, im Vorrathe und reichlich vorhanden. So lebte Herr Tiburiusunter allen diesen Dingen eine Weile fort.

Nach Verfluß dieser Weile fing er an, die Geige spielen zu lernen,und da er einmal angefangen hatte, geigte er gleich immer den ganzenTag, nur sah er darauf, daß die Dinge, die er spielte, nicht zu schwierigseien, weil er dann nicht unbeirrt fort geigen konnte.

Als er die Geige zu spielen wieder aufgchört hatte, malte er in Oel.In der Wohnung, die er sich auf dem Landgute eingerichtet hatte, hingendie Bilder, die er verfertigt hatte, herum, und er hatte sich sehr schöneGoldrahmen dazu machen lassen. Es waren später manche nicht mehrfertig geworden, und die Farben trockneten auf den vielen Palleten ein.

Es geschahen indessen auch andere Dinge und cs wurden vieleSachen herbei geschafft.

Herr Tiburius las in den Zeitungen sehr begierig die Bücher-verzeichnisse , ließ den Ballen kommen, und schnitt viele Stunden dieBücher auf. Zum Lesen hatte er sich ein feines breites ledernes Ruhebettmachen lassen, auf dem er liegen konnte, oder er hatte auch einen Ohr-sessel hiezu, oder er konnte an dem Stehpulte stehen, das so eingerichtetwar, daß man cs höher und niedriger schrauben konnte, damit er sich,wenn er genug gestanden war, auch davor niedcrsehen könnte. Er hatte