Druckschrift 
3 (1855)
Entstehung
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hatte, kam er in eine Gegend, die ungleich mancher unwirthlichen, überdie er bisher gewandert war, reinlich und wohlthätig über sanften Hü-geln dahin lag, wieder den Wechsel der Obstwäldcr zeigte, wie zu Hausein seinem Thale, mit wohlhabenden Häusern geziert war, und kein hand-großes Stücklein anfwics, das nicht benützt war, und auf dem nichtetwas wuchs. In dem weiten Grün dahin war der Silberblick einesStromes, und ferne war ein gar so sanftes, fast sehnsuchtreiches Blauder Berge. Diese Berge hatte er schon lange an seiner Linken hinzichcndgehabt, nun aber schwangen sie sich in einem Bogen näher gegen dieStraße, und zeigten schon die mattfärbigen Lichter und Spalten in ihrenWänden.

„Wie weit ist es denn noch bis Attmaning?" frug er einen Mann,der in der Gartenlaube eines Dvrfwirthshauscs saß, und einen kühlenTrunk that.

»Wenn Ihr heute noch ein gutes Stück geht, so könnt Ihr cs mor-gen bei rechter Zeit erreichen," erwiederte dieser, „aber da müßt Ihr denSteig nehmen und Euch schon ob der Afel gegen das Gebirge schlagen."

„Ich will eigentlich in die Hul."

„In die Hul? — Da werdet Ihr schlechte Ausnahme finden. Aberwenn Ihr noch über die Grisel steigen wollt, rechts am Sec, da kommtIhr zu einem lustigen Hammerschmiede, den ich Euch empfehlen kann,wo es schon ein anderes Geschicke hat."

„Ich muß aber in die Hul."

„Nun da habt Ihr non Attmaning noch drei schwache Stundenhinein."

Victor hatte sich während des Gespräches zu dein Manne nieder ge-setzt, und sich und den Hund gelabt. Nachdem er mit seinem Nachbarnoch einiges hin und her geredet halte, machte er sich wieder auf, undging an diesenr Tage nach dem Rathe seines neuen Gönners noch eingutes Stück, bis er zu der Afel kam, die ein blaues klar fließendes Was-ser war. Am andern Tage, als kaum die erste Dämmerung leuchtete, sahman ihn schon auf dem von seinem Rathgeber angczeigten und von ihmnäher erfragten Fußwege von der Straße ab gegen das Gebirge wan-deln. Die riesigen hohen Lasten schritten immer näher gegen ihn, undzeigten im Laufe des Vormittages mannigfaltige, freundliche, schönfär-bige Zeichnungen. Rauschende Wässer begegneten ihm, Kohlbauern fuh-