auf die Erde geworfen, und manches in die Rock- oder Brieftasche gelegt.Endlich, da auch alle Tischfächer leer waren und auf ihren Boden nichtszeigten, als den traurigen Staub, der die langen Jahre her hinein gerie-selt war, und die Spalten, die sich unterdessen in dem Holze gebildet hat-ten, band er auch die hiugelcgtcn Schriften in Bündel, und legte sie inden Koffer. Nun ging er an die Kleider und an das Koffcrpacken. Man-ches Gedcnkstück früherer Tage, als ein kleines silbernes Handleuchterchen,ein Futteral mit einer Goldkette, ein Fernrohr, zwei kleine Pistolen undendlich seine geliebte Flöte wurden unter die weiche, schonende Wäscheuntergebracht. Als alles beendet war, wurde der Deckel geschloffen, dasRiemzcug verschnallt, das Schloß gesperrt, und oben eine Aufschrift auf-gcklebt. Der Koffer und die Kiste mußten fort gesendet werden, dasRänzchcn aber, welches noch auf dem Stuhle lag, sollte die Dinge ent-halten, welche er auf seine Fußwanderung mitnehmcn würde. Er packtecs schnell voll und schnallte cs dann mit seinem Riemzcug zusammen.
Als er nun mit allem fertig war schaute er noch einmal in dem Zim-mer und an den Wänden herum, ob nichts liege oder hänge, was nochcingepackt werden müsse: aber cs war nichts mehr da, und die Stubeblickte ihn verwüstet an. Unter dem Gewirre der fremden Dinge und derebenfalls gleichsam sremdgcwordencn Geräthe stand das einzige Bett noch,wie bisher; aber auch auf ihm lag verunreinigender Staub, oder lagenStücke zerrissenen Papiercs. So stand er eine Weile. Der Spitz, derbisher dem Treiben mit Verdacht schöpfenden Augen zugeschaut hatte undkeinen einzigen Handgriff außer Acht lassend bald rechts bald links aus-gewichen war, je nachdem er den Jüngling hinderte, stand nun auch ruhigvor ihm, und blickte empor, gleichsam fragend: „Was nun?"
Victor aber wischte sich mit der stachen Hand und mit dem Tucheden Schweiß von der Stirne, nahm eine Bürste, die da lag, fegte damitden Staub Von seinen Kleidern und stieg dann die Treppe hinab.
Es war indessen viele Zeit vergangen, und die Dinge hatten sichunten geändert. In der Stube war Niemand. Die Morgcnsonne, welcheso freundlich hereingeschienen und die Fenstervorhängc so schimmerwcißgemacht hatte, als er heute früh aus der Stadt gekommen war, ist nuneine Mittagssonne geworden, und stand gerade über dem Dache, ihr blen-dend Licht und ihren warmen Strom auf das graue Holz desselben niedersenkend. Die Obstbäume standen ruhig, ihre am Morgen so nassen undStifter. 4. Auch III. 2