Druckschrift 
Aus Jean Paul's Leben
Entstehung
Seite
340
Einzelbild herunterladen
 

340

eines Starken, die feste, vertrauende, die fortopsernde, nichtdie eines Weichlings zufällige Aufwallung. Sein elastischesHerz schlug ebenso stark wider, als für. O, du unersetzli-cher Heinrich!"

Von nun an rollt der Lebcnswagen unsers Dichters ra-scher seinem Ziele zu. Ein erstes Zeichen des nahenden Erb-feindes der Menschheit war, daß der Wein nicht nur seine be-lebende Kraft für Jean Paul verlor, sondern sogar wie Giftwirkte, so daß er nach vielen vergeblichen Versuchen,giftloseWeine" zu finden, endlich zu einer Umänderung seiner Lebens-ordnung schritt und dem Wein entsagte. Noch bedenklicherwar eine Schwäche der Sehnerven, die als äußerste Kurzsich-tigkeit auf dem rechten Auge sich äußerte, während das linkefast blind war, so daß schwarzer und grauer Staar zugleichbevorstand.

Von Dresden wurde ihm durch den geschickten AugenarztWeller eine Operation dringend empfohlen; doch von andernSeiten widerrathcn. Er wandte sich an viele Optiker undAugenärzte um Beistand. Tauber in Leipzig, Rcichenbach inMünchen und viele Andere sandten ihre besten Gläser. Wal-ther in Bonn, Caspari in Leipzig, Stranzky und Walter inBaireuth u. a., ja sogar ein frommer als Wundcrdoctor beru-fener Pater in Bamberg wurden befragt und theilweisbefolgt aber vergeblich. Das Uebel wurde schlimmer.

Noch hatte Jean Paul das so oft bewährte Vertrauen ausReisen nicht aufgegcbcn und ging im August 1823 nach Nürn-berg; fand sich aber dießmal in allen seinen Erwartungen sosehr betrogen, daß er sogar die Erinnerungen aus der ödenMünchner Reise (hinter welche er die der jetzigen in dasselbeBuch eintrug) zu seiner Erquickung durchlas. Noch dürs-