Geliebt ward' ich von so Vielen, daß meine fünf Wochennicht hinrcichten zn fremder und meiner Befriedigung; sogarvon allen Mmanachdichtern allda ohne Eifersucht, und vollendsvon den Frauen, die mir am Morgen Blumen und Kränzebrachten und Abends jene von meiner Rockklappe wieder hol-ten. Meine gute Elisa v. d. Necke sah und erfreut' ich oft.Therese ans dem Winckel (die Malerin und Harfenspielerin)brachte mir an einem Sonntag-Morgen um 5 Uhr ein Ständ-chen mit Harfe und Waldhorn."
Unter den Männern waren cs vornehmlich Tieck,K. För-ster, Kalkreuth, Böttiger re., mit denen er am öfterstenzusammenkam; Prof. Vogel zeichnete sein Bildniß; dasselbe,das nachmals in Lithographie in Hamburg erschien.
Wiederum folgte auf sanfte Stunden ein harter Schlag:sein innigst geliebter Heinrich Voß ward ihm plötzlich vomTod entrissen. „Aus dem kurzen Wege, den ich noch überder Erde zu gehen habe, schreibt er an Reimer in Berlin,kann mir kein Freund mehr begegnen von solcher überschweng-lichen Liebe, von solcher fast weiblichen Anhänglichkeit an meinHerz. — Ich bin nun hinlänglich beraubt!" Und an dieMutter Vossens schrieb er: „Mehr könnt' ich, wenn ich dieMcinigen abrcchne, nicht verlieren, als durch das Dahingehenmeines Heinrich, dem ich schon die Fürsorge bei meinem Vor-ausgehen übertragen hatte. Ach, er und mein Max liegen inmeiner Seele in einem Sarge; denn ich weiß, wie beide lie-ben konnten. Wie viele andre Kräfte auch Ihr Heinrich hatte,eine himmlische strahlte und glühte in ihm allmächtig, dieJohanncskraft der Liebe. Auf der Erde erwart' ich Niemandmehr, der mich zum zweiten Male so liebt, und so darf wohlnoch mancher Freund von sich sagen. Seine Liebe war die
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