Druckschrift 
Aus Jean Paul's Leben
Entstehung
Seite
332
Einzelbild herunterladen
 

Frauen Pi er er, Hofmann rc. einen unvergeßlichen Abenderlebte) am 1!). Sept. nach Baireuth zurück.

Jean Paul konnte sich (wie er wiederholt versichert hat)nur mit größter Selbstüberwindung zu Gcschichtscrzählungcnvon sich und seinen Erlebnissen entschließen; wcßhalb er jaauch die begonneneSclberlebcnsbeschreibung" wieder bciseitgelegt. Er hat mit der Reise nach Löbichau eine Ausnahmegemacht. Das reizende Blumcnstück, das er davon entworfen,zu groß für den Plan dieses Büchleins, findet der Leser imDameukalender von 1821 und in den S. W. I. Ausg. Bd. 59und II. Ausg. Bd. 32 mit der Uebcrschrift:Briesblättchcnan die Leserinnen des Damen-Taschenbuchs" rc. Da stehtauch o. g.Erntefestpredigt."

Nach einem solchen Freudcnsommcr durste das Jahr miteinigen Schmerzen schließen. In das glückselige Familienlebenward der erste Riß gethan: der Sohn hatte die Bahn desGymnasiums in Baircuth durchlaufen und mußte zu einer Hö-hen: Bildungsanstalt übergehen. Da er sich mit Talent undEifer auf Philologie geworfen, aber zur Universität noch zujung war, so wählte der Vater das Lyccum in München alsZwischenstation und vertraute ihn der Leitung und der lieben-den Theilnahme von Friedrich Thiersch und Schlichte-groll an.

Nächstdcm entführte ihm ein anderes, traurigeres Ercig-niß seine Gattin auf mehre Wochen. Ihr Vater, der Geh.Obcrtribunalrath Maier in Berlin, war gestorben, was ihreine Reise dorthin zur Pflicht machte. Zum ersten Malemußte Jean Paul deßhalb im eignen Haus als Einsiedlerleben, hatte aber die Freude, zu sehen, daß von der treuenMutter ohne sein Wissen seine älteste Tochter bereits zur