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Aus Jean Paul's Leben
Entstehung
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mation seine Geschichte und Liebe seiner Schneidersgeliebtcnvor der Frau v. d. Reck. Mit dieser muß ich ost eine StundeNachmittags spazieren. Nie dachte ich, daß ich diese ehrwür-dige Frau (vielleicht einst so schön, wie die Herzogin war) solieben und ehren würde. Daraus wurden drei Polonaisenmit Geschmack getanzt. Meine erste tanzt' ich mit der Frauv. d. Reck, die zweite mit der Herzogin, die dritte mit dertheuern Herzogin von Sagan. Die Polonaisen hatten ihreschwierigen Touren: man muß zuweilen eine Dame nach derandern fassen; ja unter aufgerichteten Armpforten durchziehenund selber wieder solche Pforten machen. Ich gestehe Dirgern, daß ich mit einigem Vergnügen in mir den verstecktenTänzer ertappte.

An keinem Hofe kann ein so ungezwungner, froher unddoch anständiger Ton herrschen, als hier. Meine Furcht vorübermäßiger Weiblichkeit war ganz unnütz. Doch Hab' ichmir auch kein Uebermaß im Trinken und Sprcchbegcisterungvorzurücken.

Den 9. Um 9 Uhr Abends nach dem Essen lud dieHerzogin zu einem Spaziergange durch die Baumgänge aufeine kleine Insel, wo man Mittags vorher gefrühstückt, sogleichgültig ein, als wolle sie nichts verheißen. Als man inden hohen langen Baumgang cintrat, war er von den unter-sten Zweigen bis zu den Gipfeln überglänzt und alles Laubwar wie vom Frühling oder Abendroth durchsichtig. Lampenunter den Bäumen, von kleinen Vertiefungen verdeckt, warenLichtspringbrunnen und durchsprengten mit einem aufwärtssteigenden Glanz das dunkle Gezweig. Aus dem Grün schie-nen verklärte Bäume aufzuschweben und die Blätter als feu-rige Zungen zu zittern. Durch die Feuersänlenordnung kam