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köstlich ist ihr Herz mit seiner Ruhe, Unbefangenheit, Liebeund Milde, Gefallsuchtlosigkeit und seinem Gottessinnc. Auchist sie mit oder nach der Chassepot, trotz der Jahre, die schönsteunter Allen hier. Gestern Abend um 9 Uhr besucht' ich kurznach der Mittagtafel zum ersten Male die Reck, die ans ihremKanapee lag, von ihren lieblichen Pflegetöchtern umspielt.Jetzo lieb' ich sie auch herzlich als den letzten Schlußbogenam schönsten weiblichen Liebe- und Familienzirkel. — Ich sitzestets neben der Herzogin und einer Tochter. Da letztere ge-stern fehlte, und ich ihr mit dem linken tauben Ohre zurRechten saß, und Feuerbach mit seinem rechten tauben ihrzur Linken, so macht' ich mir die Freude, daß wir beide diePlätze und Ohren wechselten unter dem Essen.
Die Zeit verrieselt hier völlig unmerkbar und in ihremStundenglase muß sie den feinsten, durchsichtigsten Sand ha-ben, weil man ihn nicht laufen sicht und hört. Man ist ganzfrei, wie zu Hause, und drückt Niemanden als Gast. —> Niebekam mir ein Saal- und Gastlcben besser; jedoch bin ich inallen Genüssen ein Mäßigkeitsmuster. So scheid' ich oft mit-ten in der Lust, z. B. gestern Abend Itzi Stunde früher ab.Auf jedes Früh - und Nachtstück freu' ich mich, weil jedes an-ders ist und keine Nacht-Unterhaltung der andern ähnlich.
Den 6. Sept. Die Liebe Aller gegen mich dauert fort.Gestern war ich in Tannefeld bei den drei Schwestern. Welch'ein Sonntag! Um 3'/§ Uhr wurde (ohne Frühstück) einmalfür den ganzen Tag gespeist. Keine Concerte haben mir nochsolche volle Entzückungen gegeben, als die köstlichen Bruststim-men der beiden Fürstinnen und noch einiger Mädchen; sogarein lustiges Studentenlied wurde vom Chore gesungen. Deralte Feuerbach sang als ein Schneider mit trefflicher Dccla-