Fürstin Pauline von Hohcnzollcrn, der Herzogin Jo-hanna von Acerenza und der Herzogin Wilhelminevon Sagan, machten in Löbichau und dem nahen Tanucfcldeinen Hof, wie ihn sonst nur die Phantasie romantischer Dich-ter ersinnen mochte. Die Geschäfte leiteten Geist und Gemüth,den Haushalt edelste Gastlichkeit; Freiheit war Allen gegebenoder gelassen; aber durch die Hand der Frauen ward sic vonder Sitte gezügelt, von der Anmuth bekränzt. Eine Zahlausgezeichneter Männer (Marheineke, Fcucrbach, Schu-deroff, Thümmel, Tiedgerc.), dazn ein Kreis liebenswür-diger und schöner Frauen und Mädchen, die ein Glück darinfanden, jene „zu hätscheln und recht lieb zu haben," brachtenJean Paul nach seinen eignen Worten „in einen Zustand derLiebe des Liebcus ohne Gegenstand vor lauter Gegenständen."
„ Man lebt sich hier, schreibt er am 2. Sept. 1819 seinerFran, so inS Schloß hinein, daß noch kein Beispiel vorhan-den, daß Einer nach zwei Tagen fortgegangcn wäre. Marhei-nckc kam ans einen Tag hierher und sitzt seit vier Wochennoch da. — Für die kleinste Bequemlichkeit, an die man garnicht denkt, ist gesorgt. Alle Treppen sind mit englischenFußteppichen belegt und die Säle und Zimmer der Herzoginso weich wattiert, daß ich daraus schlafen könnte. — Ich kennekeine größere Freiheit, als hier unter diesem italienischen Dachewohnt. Während des fürstlichen Singens im ersten Saalehatten andere junge Leute ihre lauten Spiele in einem drit-ten. An keiner Fürstcntafcl ist solche Freiheit. Auch sindalle nöthigen Sekten da, Magnctistcn und Gegenmagnctisten,Ultras, Konstitutionelle, Feindinnen, Freundinnen der neuestenZeit, Gegcn-Judcn und ein Paar Juden, worunter ich gehöre.
Die Herzogin mag ich gar nicht anfangen zu loben; so