tionalen Rechtschreibung hoffte, schrieb ihm Jean Paul (2. Aug.1811): „Es ist ein Unterschied zwischen einem Sprach- undeinem Sachforscher. Nicht einmal die Untersuchung über dieGründe des Wechsels der beiden deutschen Sprachsügnngcn —(bald zu sagen: Pfauenschwanz, Löwenhaupt; dann wiederThautropse, Gaugras; bald: Liebesdienst, Entenjagd; dann:Bccrwanze, Sanjagd; dann bald: Geschäftsträger, dann Werk-meister re.) könnt' ich durchführen, weil durchaus Gründe zudieser anscheinenden Grundlosigkeit durch die Uebcrzählung al-ler Fälle auszufinden sein müssen. — Nichts auf der Erde istrcgelbcständig. Und warum soll denn immer die erste, alsodie fortgelcitcte Form die bessere bleiben? Danken wir alteLandesformen, Philosophien, Fürsten und tausend Dinge ab,so mögen alte Sprach-Gleichmäßigkeiten auch davon kommen.Doch nicht der Dichter scheint mir am leichtestenIhre so wichtige Sprachumwälzung cinführen zukönnen; denn er hängt von der Gewalt des ästheti-schen Augenblicks ab und ein Wort wie „prächtig"könnte ein ganzes Bild zerstören."
Und dennoch gab er sich nicht nur den Untersuchungenans dem ihm im Grunde genommen etwas fern liegenden Ge-biet der Grammatik mit allem Eifer hin, sondern führte auchdie Ergebnisse derselben, ungeachtet der Widersprüche einesGrimm und anderer Sprachforscher, in seine neuen Schriftenund die neuen Ausgaben der älteren ein.*)
Der Sommer von 1817 brachte Jean Pauln wieder cin-
») Den hieraus fließenden unvermeidlichen Ucbelstand hat man beider II. Ausgabe Sämmtl. Werke wenigstens theilwcis zu ver-meiden gesucht, indem man alle von I. Paul nicht selbst corri-glerten Schriften (wie Titan rc.) in der alten Schreibart ließ.