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Aus Jean Paul's Leben
Entstehung
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Werden Sie nun künftig nicht durch mein von Geschäf-ten und Lagen abgcnöthigtcs Schweigen auf Ihre Briefe irre!Bricht der Krieg wieder aus und folglich über mein Vaterlandhinein, so flücht' ich ans einige Zeit nach Heidelberg. Lebefroher, liebe Tochter! Quäle Dich nicht, sonst quälst Du michund Deine Schmerzen verdoppeln sich zu meinen! Dein Va-ter I. P. F. N.

NS. Ich habe viele Ursachen zu dem Wunsche, daß Duden Deinigcn Alles sagest, und finde bei der vertrauendenLiebe, die sie für Dich haben, keinen Grund zum Gegcntheil."

Ganz anders, als Jean Paul in seinem väterlichen Wohl-wollen erwarten durfte, wirkte der Brief. Sie sah und lasnur Gegenliebe. In Flammen schlug von neuem die Leiden-schaft auf und zog sinnverwirrend durch ihre Seele. Wachendträumt sie von ihm, und küßt, mit verbundenen Augen vorihm kniecnd, die geliebten Hände; im Schlafe umfaßt sic seinBild und preßt ihr thränenvollcs Auge an seine Brust, undgibt ihm den Dolch in die Hand, damit er sie tödte, weil sieohne Fortdauer dieser Seligkeit nicht leben will. Erwacht sie,so erschrickt sie vor dem Gedanken, je mit leiblichen Augen ihnzu sehen; kalter Schauer durchfährt sie, will sic sich als seineGattin denken; aber als Mutter nur eines seiner Kinderwürde sie sich als die glücklichste aller Frauen, als eine Wohl-täterin des Menschengeschlechts, ihr Dasein als ein geheilig-tes ansehcn. Bis zur Wildheit wächst die Begierde; und dochliegt über dem Mädchen der Schleier heiliger Unschuld, unddie Angst, Thörichtes zu wollen, ringt mit einer die Grenzendes weiblichen Charakters überfliegenden, ja selbst auf den an-gcbetetcn Geliebten herabsetzenden Scclengröße.

Mit tiefer Betrübniß sah Jean Paul diesem zerstörenden