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— um Ihrer und meinetwegen — meine zwei Briefe Ihrerguten Mutter, deren nun verschmerzte Wunde ich mir garnicht malen will.
Sie denken viel zu gut von mir als Menschen. KeinSchriftsteller kann so moralisch sein, wie seine Werke; wiekein Prediger so fromm, als seine Predigten. Schreiben Siemir künftig recht oft und von allem, was Ihrem Herzennahe tritt in Freude oder Leid. Sie sind mir jetzt noch durchein einziges wunderbares Band fester an die Brust geknüpft,als irgend eine ferne Bekanntschaft. Nur ziehen Sie anslangem Schweigen keinen Fehlschluß. Erschüttern und ent-zücken wird mich einmal unsre erste Zusammenkunft.
Lebe nun froher, gute Tochter! Mögen diese absichtlichnur schlicht und ruhig geschriebenen Worte Dein Herz erfreuenund nicht verwirren und verwunden! Dein Vater J.P. F. R."
Wohl kehrte nun aus einige Zeit Ruhe in die SeeleMaria's; aber auch nur ans einige Zeit. In der schrecklichenNacht vor dem beabsichtigten Selbstmord war sic sich des Ge-fühls bewußt worden, das sic zu Jean Paul zog; sie ver-langte eine heißere Liebe, als die eines Vaters, und darumschrieb sie ihm auch nun, daß sic ihn nie ans Erden sehenkönne, daß sie ihn zu sehr liebe, und daß der einzig ehrenhafteWeg für sie zu ihm durch das Grab führe. Nun träumt sievom Wiedersehen im Himmel; nun fürchtet sie ungeschickt odergar unwürdig geschrieben zu haben; nun lacht sie über dasernstwarnende Wort des Freundes, verbittet sich weise Lehrenund verlangt eine Locke von ihm und ein wenig Gegenliebe.Dann ist sie glücklich, daß er sie an Kindesstatt angenommen,und daß dicß ein Geheimniß für Alle, selbst für ihre Mut-ter ist.