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Aus Jean Paul's Leben
Entstehung
Seite
302
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tigste und heiligste Mensch des All sanft, mild und ruhig war,nchmlich Christus; er sage ihr, daß sie in ihrem Innernfliegen dürft, aber mit ihrem Aeußern nur schreiten müsse,und daß sie zwar ihr Herz dürft auslodcrn lassen in unge-messcne Flammen, daß sic aber nicht eher handeln solle, alsspäter, wenn die Gluth schon Licht geworden! Einen solchengeistigen Vater wünsch' ich meiner Maria, der cs ihr sage!"

Und hier hast Du ihn, liebe Tochter, und ich Hab' es Dirgesagt. Deinen Traum, zu mir zu kommen, Hab' ich sogleichwachend ansgelegt. Verlasse Deine Mutter nicht. Ich kommewahrscheinlicher zu Dir, als Du hieher. Ich liebe Dich. Ichund meine Fran grüßen Dich. Bleibe immer so gut, meineTochter! Dein Vater I. P. F. N."

Erst mit tausend Thronen mußte Maria die thenernSchriftzügc benetzt haben, ehe sie danken, ja ehe sic nur sielesen konnte. Dann aber strömte ihr Gefühl in Worten ausund vertrauend übergab sie ihrem großen Freund die Schrck-kensgeschichtc des Maimorgens mit einem für ihn in der Nachtvorher geschriebenen Brief, in welchem sie ihm sagt, daß dieVorstellung, ihre Briefe und der Gedanke an Sic müßten ihmwiderlich sein (weil er nicht geantwortet), so vernichtend wirke,daß sie nicht mehr leben könne, daß sie aber doch noch Abschiedvon ihm, diesem thenern Vater nehmen müsse, und daß ermanchmal an sic denken möge.Ehe ich aus immer, schließtsie, von dieser Welt gehe, schaue ich noch einmal und rechtlange und innig Dein Bildniß an, das mich so oft tröstenwollte und mich nie mißverstand, dieses liebe, sanfte Vaterbild,das ich so oft schon angesehen habe, das ich mitnchmen möchte.Aber ich will cs heut küssen; es ist das erste und das letzteMal in meinem Leben! Ach, meine arme Mutter! meine