ßend, erfüllt sie sich ganz mit dem Gedanken, dem Beliebtestenaller Menschen verächtlich zu sein, den, den sic sich zum Hei-land erkoren, leichtsinnig von sich gestoßen zu haben, und kenntkeine Rettung ans dieser Oual, als durch — den Tod. Raschfolgte dem Entschluß die That. In der Dämmerung einesMaimorgens steht sie auf der Brücke über dem Strom, deran ihrer Vaterstadt vorüber fließt; schon hat sie das Messergegen ihr tobendes Herz gezückt, um durch einen doppeltenTod jeden Rettungsversuch zu vereiteln; nur den ersten Son-nenstrahl will sie erwarten — da stürzt, von banger Ahnunggetrieben, die Schwester herbei und nur ihrem durchdringen-den Jammer und der wiederholten Erinnerung an die trost-lose vor Gram sterbende Mutter gelingt es, ihren festgesaßtcnEntschluß zu brechen. Sie folgt, ohne die Ursachen ihresschrecklichen Vorhabens zu offenbaren, der Schwester und ver-spricht der Mutter ihr Leben, obschon ein frcudclecrcs. Dakam Jean Pauls Brief:
„Ihre vier Briefe eines guten und überwogcndcn Her-zens Hab' ich empfangen. Ihren Namen errieth ich — undsogar ein Freund von mir — in der ersten Stunde. Derdahingegangene edle Vater ist dieser guten Tochter Werth; abermöge er, den diese Erde nicht belohnte, jetzo von ihr belohntwerden, wenn er vom Himmel hcrabsieht auf seine Tochtervoll reiner Glnth. Gleichwohl würde er wünschen: „Irgendein guter Mensch nehme meine liebe Maria an Tochter Stattals geistiger Vater an; — er stille ihren Sturm, auch imGuten, der nicht erwarten kann; — er sage ihr, daß im wirk-lichen Leben, am meisten in der Ehe, am stärksten bei demweiblichen Geschlecht jede auch unschuldigste Heftigkeit in dieDornen und Dolche der Erde stürze; — daß sogar der mach-