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Aus Jean Paul's Leben
Entstehung
Seite
301
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ßend, erfüllt sie sich ganz mit dem Gedanken, dem Beliebtestenaller Menschen verächtlich zu sein, den, den sic sich zum Hei-land erkoren, leichtsinnig von sich gestoßen zu haben, und kenntkeine Rettung ans dieser Oual, als durch den Tod. Raschfolgte dem Entschluß die That. In der Dämmerung einesMaimorgens steht sie auf der Brücke über dem Strom, deran ihrer Vaterstadt vorüber fließt; schon hat sie das Messergegen ihr tobendes Herz gezückt, um durch einen doppeltenTod jeden Rettungsversuch zu vereiteln; nur den ersten Son-nenstrahl will sie erwarten da stürzt, von banger Ahnunggetrieben, die Schwester herbei und nur ihrem durchdringen-den Jammer und der wiederholten Erinnerung an die trost-lose vor Gram sterbende Mutter gelingt es, ihren festgesaßtcnEntschluß zu brechen. Sie folgt, ohne die Ursachen ihresschrecklichen Vorhabens zu offenbaren, der Schwester und ver-spricht der Mutter ihr Leben, obschon ein frcudclecrcs. Dakam Jean Pauls Brief:

Ihre vier Briefe eines guten und überwogcndcn Her-zens Hab' ich empfangen. Ihren Namen errieth ich undsogar ein Freund von mir in der ersten Stunde. Derdahingegangene edle Vater ist dieser guten Tochter Werth; abermöge er, den diese Erde nicht belohnte, jetzo von ihr belohntwerden, wenn er vom Himmel hcrabsieht auf seine Tochtervoll reiner Glnth. Gleichwohl würde er wünschen:Irgendein guter Mensch nehme meine liebe Maria an Tochter Stattals geistiger Vater an; er stille ihren Sturm, auch imGuten, der nicht erwarten kann; er sage ihr, daß im wirk-lichen Leben, am meisten in der Ehe, am stärksten bei demweiblichen Geschlecht jede auch unschuldigste Heftigkeit in dieDornen und Dolche der Erde stürze; daß sogar der mach-