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und Bedingung das Ziel war, an dem allein sie Ruhe findenkonnte. So weit war sie den Träumen ihrer glühenden Phan-tasie gefolgt, als sie an ihn schrieb:
„Ist cs nicht zu kühn — darf ich einmal schreiben an -den thcucrsten Menschenfreund und ihn meinen Vater nennen?ach! den ich vielleicht nie sehen werde und dem ich so viel zudanken habe, die höchsten Wohlthaten, die erhabensten Wahr-heiten, all das Gute, das mich begeistert, und eine ganze Ewig-keit, die er mir vor meiner Seele aufgethan! Ich kann mei-nen Dank nicht ausdrücken, aber wenn ich an Ihre unendlicheGüte denke, bricht er in Thräncn aus und mein Herz ist mitWünschen für Sie erfüllt. — O daß Du bist und lebst! Die-ser feste Glaube an Dich ist ein Himmel, den mir Niemandrauben kann. Allmächtig wirkest Du aus die Menschen, Duhilfst uns auf und erfreuest uns! Ich vergesst cs nie.
Sie fragen aber vielleicht, wer Sie denn hier anredc?Aber ich bin nur ein kleines Mädchen und zu wenig, als daßich meinen Namen nennen möchte. O, wär' ich groß und wieich sein sollte: keine Länder und keine Meere würden mich ab-haltcn, wenigstens einmal im Leben den zu sehen, der solange schon in meinem Herzen die Stelle eines Vaters ein-uimmt. Aber Fehler und eincngcnde Verhältnisse halten michentfernt und ich würde mich nicht getrauen, auch nur einWort an Sic zu schreiben, wenn ich nicht hoffte, doch einigeFreundschaft zu verdienen und Nachsicht wegen meines Willens;da ich kaum einen Wunsch habe als den höchsten: so zu wer-den, daß ich Ihre Achtung verdiente und die Wonne hätte,daß Sie mich einmal „Tochter" nennten. Ach, mein ganzesLeben ist fast nur ein Streben nach Werth und doch, o Vater,warum geht es nur so langsam vorwärts? Es ist das Be-