uichtend entgegensetzen, daß morgen die Fortdauer dieser Ver-hältnisse, also der Gefühle, unmöglich ist. Warum soll ichnun vorausfühlen etwas, das nicht kommen kann? — Gib dirblos die Mühe, zu warten, d. h. die Zeit kommen zu lassen,uuthätig zu sein, da die Zeit als schein-thätig alles beseitigt,und dann für sich alles ins rechte Geleise kommt.
In der Hitze des Lebens hauche dich nicht selbst heiß an.Man quält sich von innen mehr, als man von außen gequältwird. Steht der Leib verstimmt aus, so steh' ihm nur nichtgeistig bei.
Wirf kleine Schmerzen sogleich weg.
Wolle nicht irgend ein Ziel — Buch, Geld re. — geradenur auf die gehoffte oder Vorgesetzte Weise erreichen, sondernauf jede andere mögliche, spätere. Was nicht ans die eine Artgeschehen kann, ist ja auf eine andere zu thun: kann das Kindnicht gehn, so gehe die Magd.
Suche immer den höhcrn Standpunkt, unter welchem allekleine Leiden und Freuden verschwinden.
Wenn man einmal sagt, man wolle dicß und das Leidenerdulden und verachten: so muß man durchaus kein Leidenausnehmcn. Gegen alle kämpfen dieselben Gründe; also ge-gen größere so gut, als gegen kleinere. Darum mache dichgleichgültig nicht blos gegen Wetter, Körperschmerz, freienWillen, sondern auch gegen fremde Ungerechtigkeit. Denn sonstwär' es ja toll, daß du dich von Mückenstichen zu heilen such-test und die Huudsbissc ohne Heilen ließest.
Wenn cs auf der einen Seite leider gewiß ist, daß derSieg über eine Art Schmerzen uns nicht sichert vor einemAnfalle wieder neuer von andrer Art, so oft auch der Menschsich einbildct glücklich zu werden, wenn er blos auf die gegen-