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Aus Jean Paul's Leben
Entstehung
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findet für sich in der Gegenwart leichter Nahrung als dieHeiterkeit nnd läßt sich schwerer verscheuchen als diese. Ver-drießlichkeit macht unempfänglicher gegen Freude, als Heiter-keit gegen Unangenehmes.

Wenn man sich die Zukunft vormalt, z. B. den Herbst,so macht man ans ihm fast einen einzigen Tag, dem man froheFarben, Häuslichkeit re. gibt. Aber dieser einfarbige Tag zer-fällt ja in hundert Tage, wovon jeder seine besonderen Far-ben, seine bösen Zufälle, seine Abarten hat, so daß vielleichtnicht zwei Tage sich so schön vollenden und abrunden, als mansich den ganzen Herbst gemalt. Wie kann ein Mensch einenglücklichen Tag voranssetzen, wenn er keinen sich denken kann,in welchem er nicht immer nach etwas sich sehnte, und war'cs nach einer Gabe der nächsten Stunde?

Jeden Tag hast du etwas abzumachen, über dessen Been-digung du froh bist; wie willst du denn ans irgend einen freienhoffen? oder dich quälen, daß eine Sache nicht abgemacht ist,als wenn dann hinterher das rechte Lebensglück erst anfinge?

Wenn der Mensch viel vom Himmel bekommen, z. B. Ta-lent, so sagt er, wie glücklich wär' ich bei solchem Talent erstgeworden, wenn er mir noch Reichthum gegeben hätte. Somacht er jede Gabe zu einem Rcchtsgrnnde, eine höhere zufordern.

Ich aber meine: für die Seligkeit Heidelbergs*) gibt'skeinen Dank, als Besserwerden, zumal nach außen hin, d. h.Milde ohne Anfbransen. Erhalte dir die poetische, jugend-liche, mildernde Stimmung, worin man sich über die eigneMilde freut.

') Hier verlebte der Vers. 1817 sehr beglückende Tage.

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