Auch ohne Reise mußt du durchaus das Leben von neuemansangen, wenn es verdorben ist.
Wenn man selber glaubt, man habe das Beste von Kin-dern und Frau — warum kann man denn über Einzelheitenderselben zürnen, als habe man Schlimmes?
Wenigstens drei Menschen kann ich durch fortgesetzte undalles Aufbrausen niedcrdrückendc Güte immer inniger gewinnen.
Jemanden, der mit rechter Freude aus einer Gesellschaftkommt, darfst du nicht anzürncn, sondern mußt seine Freudeachten.
Um eine Freude, die dir deine Frau oder ein Freundmacht, recht anzunchmen und um z. B. bei einer neuen Ein-richtung nicht zuerst anzumerkcn, daß du sie nicht gebrauchenkannst in dem und jenem: so stelle dir nur vor, cs sei umge-kehrt und du habest die Freude und das Geschenk gemacht, undbeobachte dann, welche Wünsche und Erwartung du selber ha-ben würdest und wie schmerzlich deiner Hoffnung, zu beglücken,die Aeußernng, beraubt worden zu sein, werden müßte.
Was soll denn der Andere, dem ich die Lust verbiete, ha-ben, z. B. die Magd? Soll sic denn in mich hineinlebcn?Und sich so begnügen mit dem Abschlagen? — Es ist richti-ger bei Anfragen „Darf ich?" weder ja noch nein zu sagen,sondern erst später entschieden eins. Das Widerrufen ist böse.
Man ist nie froher, als wenn man wie ich (heute den11. Oct. 1822) froh ist in der Gewißheit, daß die abwesen-den Geliebten auch froh sind.
Verbiete blos sanft, da Gründe bei Heftigkeit doch nichtstärker einwirken. Zum Strafen wähle nie anfangs das stärkste,sondern nnr das schwächste Mittel, obgleich der Jrrthum derLeidenschaft mit jenem mehr oder alles zu erreichen glaubt.