Der Oberste überall, nicht blos der Fürst, also derHausvater, tritt mit größrcr Gewalt auf, als er weiß. SeineWünsche, seine Winke setzt er ohne Bewußtsein seiner Allge-walt voraus und er verwundert sich am fremden Freuen übersein Freuen. Er weiß selber nicht, wie man ihn fürchtet, sonstwar' er anders.
Woher kommt die Heftigkeit des Gegners, die ich so tadle?Er muß seiner also eine andre Heftigkeit der Ideen entgegensetzen, die ich haben will. Er mußte vorher folglich alles soklar anschaucn, daß er dein höchstes Unrecht gegen ihn trotzseiner Liebe gegen dich feurig empfand. Aber hier geht inihn die Untersuchung rückwärts hinein. Der Zorn Übersichtoder verachtet hundert kleine zarte Verhältnisse. Frage dich,ob durch Zürnen zu strafen in der Ehe, oder zu verzeihenmit Hoffnung der Liebe. Ist die strafende Ruhe des Mannesnicht dem strafenden Zorn der Frau gleich zu stellen? Eigent-lich fordert in der Ehe jeder Theil vom andern eine Zankruhe,die er selber nicht hat. — Eine wilde, enthusiastische Frauist zu weit höhcrm Unsinn der Worte und Thatcn zu treibenals je ein Mann. Der Mann kommt ruhig und spricht übereinen Fehler, indem sic freilich hundert andere Tadel vor-aussctzt.
Die rechte Strenge und Kraft zeigt sich nicht durch Uc-bermaß und Zorn -— was grade das Gcgcnthcil wirkt — son-dern durch Ruhe und Konsequenz der kleinst-möglichen ange-wandten Kraft.
Wenn ein Kind die männliche Strenge kennt und dasAusführcn jeder Drohung und Strafe: so sei mau in denZwischenräumen des Erlaubcns desto milder, sogar ohne zü-gelnde, drohende Worte, sondern man stehe stark und hoch auf.