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Aus Jean Paul's Leben
Entstehung
Seite
265
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Beleidigung recht zu erzürnen und einen ganzen Menschenmit all seinen Lichtern recht zu verschalten.

Eigentlich ist's ein Ehcfchler, in irgend eine Erzürnnngalle lang verhaltenen Vorwürfe, besonders die kleinen, um de-rentwillen man vorher keinen eignen Zank anfangen wollen^auszupacken und vorzukramcn: Alles wird dann von der Ge-genseite, ja von der eignen, nur im Allgemeinen und Großenbetrachtet und gefaßt und kein kleiner Vorwurf findet seineruhige rechte Erläuterung und Erwägung, Vergebung undZurücknahme.

Eine Frau eines Fehlers wider ihren Ausspruch zu über-weisen durch die That, bringt bei ihr nicht das angenehmeGefühl, wie bei dem Beweisenden, hervor, sondern das entge-gengesetzte. Was hat man denn für guten Erfolg davon?Eher umgekehrt, wo man selber kein angenehmes Gefühl da-bei hat, wird man wirken, wenn man einen eignen Jrrthumeingcsteht.

Es ist nicht genug, daß man im Ehezwist oder auch sonstüberlegne moralische Kälte behaupte, eS ist sogar Pflicht, dieKälte und Ruhe einzukleidcn und sanfter darznstcllcn. Dieeigne Klarheit soll man bei Andern nicht dadurch voraussetzcn,daß man sie selber als nach einer gleichen handelnd darüberangrcist. Der Mangel der fremden Philosophie soll nie dieeigne vergessen machen; sonst ist Stolz und Wunsch eines un-moralischen Siegs im Spiel.

Ermahnungen, Tadel, Lob im Haushalten verschiebegegen Frau, Kiuder, Gefinde. Das ist die wichtigste Regel.Alles Aufgeschobcne sagt man besser.

Grade in der wärmsten Arbeitstundc sei bei fremden An-klagen, Störungen, Kinderfchlern am leisesten und mildesten.