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Aus Jean Paul's Leben
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Ach wüßten wir Menschen doch die unbesonnene Undank-barkeit so zn verzeihen, wie wir dem Kanarienvogel das feind-selige Hacken mitten unter dem Füttern verzeihen.

Wenn jemand dir Freude zu machen die Absicht hat, soist's die größte Sünde, über irgend etwas, womit cs ihmnicht gelang, auch nur die kleinste Mißbilligung zu zeigenund eine ganze wohlwollende Anstrengung mit Undank anfzu-nehmcn.

AnS den heitersten Verhältnissen, z. B. Neujahrglückwün-schen, mache dir doch ans einsamer Enge keine bösen, sonderndanke Gott für fremde Liebe.

Nichts habe in Gesellschaft zu bereuen und sei eher znfurchtsam, als zn kühn.

Den geselligen Widersprechen betäubt und besiegt weit bes-ser eine feine Antwort, als eine starke.

Grade um den Menschen dich wcrth zu zeigen, übertreibstdu den Enthusiasmus (durch Trinken) so, daß du eben denZweck verfehlst. Du erschienest ja schöner, wenn du wenigerscheinen wolltest. Welches Extrem ist besser, matte Stille, oderexcentrisches Sprechen? Auch achten überall Menschen Schwei-gen hoch, sobald sic nur den Schweiger achten.

Alle Talente, Witz re. erschaffen durch ihr Erscheinen derGesellschaft nicht so viele wahre Freude, als moralische Er-hebung.

In froher Gesellschaft disputiere über denselben Gegen-stand nie über eine halbe Stunde. Ein ganzer himmlischer Abend,der Freude und Einfälle und Kenntnisse geben konnte, wirdfür ein hartnäckiges Durchfcchten eines Satzes, der doch amEnde so dastchen bleibt, wie anfangs, weggeschleudcrt.

Setze in jeder Gesellschaft, wo du viel sprichst, einen Feind