des bloßen Untergangs, am meisten, wcnn's Menschcnarbcitwar. Er verbrannte keinen Brief, ja die unbedeutendstenZettel hob er auf. „Alles untcrgehendc Leben, sagte er, kommtwieder; diese Geschöpfe dieses Kopses und Herzens nie. Mansoll die Namen durchstrcichcn, aber die Seele leben lassen, diegerade in Briefen sich am innigsten ausspricht." So hat ersogar dicke Bücher mit den Einfällen, Redensarten und Ge-wohnheiten von uns Kindern vollgcschricbcn.
Er stand häufig von seiner Arbeit ans und sah nach, wiecs uns ging. Aber eine Unterbrechung von außen war ihmsschr störend. So sah er höchst ungern Besuch in den Vor-mittagstunden, und wirklich bös konnte er werden, wenn manihn zu srüh zum Essen rief. Beim Essen war er sehr gesprä-chig und hörte auch alles, was man ihm erzählte, mit dergrößten Teilnahme an, und wußte immer etwas daraus zumachen, so daß der Erzähler durch seine eigne Erzählungklüger wurde. Im Essen und Trinken war er sehr mäßig.Früh beim Schreiben trank er eine Flasche Wein nicht ganzaus; Nachmittag Bier, welches ihm gewöhnlich der Onkel(sein Bruder Gottlicb), der noch hier lebt als Unteraufschlä-ger, besorgte. Mit diesem lebte er sehr gut und ließ sich vonihm immer von Jodiz, dem Großvater, ja aus seiner eignenKindheit vieles erzählen, was er wieder vergessen hatte. —
Der Vater gab uns nie bestimmten Unterricht und dochbelehrte er uns immer. Unsre Abendtafel machte er zu einerfranzösischen Wirthstafcl, die er mit zwölferlci Schüsseln ausseinen Exzerpten besetzte. Dadurch naschten wir, ich möchtefast sagen, von allen Wissenschaften, ohne uns freilich an einerzu sättigen; wenigstens ich, die weniger fortgesetzten Unterrichtbei Lehrern hatte als meine Schwester. Wir durften Alles