ich so allein vor dem Grabe stand, in das er hinunter sollte,da dacht' ich mir: Und da sollst dn hinunter, Jean Paul? —Nein, dacht' ich, das ist Jean Paul nicht, der da hinunterkömmt. Und wie der Sarg vor mir stand, da dacht' ich wie-der so: Und da liegst dn drinnen, Jean Paul? — Nein, dasbist du nicht, Jean Paul. — Sie haben auch eine schöne Lei-chcnpredigt gehalten, und fle haben mir einen Stuhl dichtbeim Grabe gegeben, darauf Hab' ich sitzen müssen, als ob ichdazu gehörte, und als Mlcs zu Ende war, haben sic mir dieHände gedrückt, die Familie und der Herr Otto und noch vielegroße Herren.
Thronen erstickten die Rede der guten Alten, und wirdrückten ihr die Hand, wie die Leidtragenden am Grabe. Wassind alle Ehrenschriften und Lobreden ans den großen Geistgegen das stille Brandopser deiner Verehrung! möge dein klei-nes Haus zu einem Denkmale für ihn sich umgestalten! dasHäuschen bleibe unverändert, die Stube desgleichen, aber, wieein Reliquicnkästchen werde cs mit einem Bogen des Trium-phes überbaut und der Bogen überzogen mit siebensarbigenBlumengürteln, ein Bogen des himmlischen Seguens!
Er (Jean Paul) pflegte die Eremitage nicht selten zu be-suchen, hörten wir erzählen, manchmal als Gast des dort denSommer über wohnenden Herzogs Pius, zu dessen Tafel ergezogen wurde. Jedoch mußte sein Pudel immer mit eingc-laden sein, versicherte man uns, sonst hätte er sich an keinesKaisers Tafel gesetzt. Der Herzog Pius fügte sich mit seinerHofordnung in die geniale Laune Jean Pauls, und wenn einGeist, wie er, die Weltordnung gleichsam Verrückt, warum solltesich die Hosordnung nicht eben soviel gefallen lassen?"
Jean Paril's ausgew, Werke. X,VI. 16