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Aus Jean Paul's Leben
Entstehung
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hernach durch das Hinabsteigcn in das reellere Leben verging,oder auch nur schwächer wurde, jeden Tag von neuem auslebt.Niemals kann ein Mißverständniß zwischen uns entstehen. MeinGemüth wird durch Liebe und die höchste Güte so weich ge-stimmt und mein Sinn zur Tugend immer mehr erhoben, sodaß ich nicht mehr an mir selbst verzage wie sonst. Wie könnteich dem herrlichen Menschen, bei dem Liebe und Dcmuth all-mächtig wirkt, einen eignen Willen gegenüberstellcn! Gottlob!daß ich einen Mann habe, bei dem die eheliche Liebe den Wegdurch die Moralität machen muß, dessen Uebcrgcwicht ich solebendig empfinde, dem ich aus Verehrung gehorsam bin, wieman der Tugend gehorsam ist, und der mich so liebt. Wirhaben nichts mehr zu wünschen, als daß wir zu gleicher Zeitsterben."

Und später:Lassen Sie mich es immer wiederholen,daß wir jeden Tag glücklicher werden. Es ist nichts im Aeu-ßern, noch im Innern, was uns stört. Jetzt über die Momentedes Enthusiasmus weggehobcn, wird man mir glaubenwie phantastisch auch mein Urthcil klingen mag daß Rich-ter der reinste, heiligste, gottähnlichste Mensch ist, der je ge-lebt. Könnten Mehre, wie ich, in sein Innerstes eindringen,wie viel höher würde man ihn achten! Ich habe Augenblicke die wo ich ihn still anschaue wo ich vor seiner Seeleknieend liege."

Außer dem Haus waren die Verhältnisse Jean Pauls inMeiningen gleichfalls im hohen Grade befriedigend. Am Her-zog hatte er einen Freund gewonnen, der ohne ihn fast nichtleben mochte und so sehr alle Schranken des Standes aufge-hoben hatte, daß er sich sogar bei Richters mit zu Tische setzteund zum Ueberfluß sein Essen aus dem Schloß dazu holen