hatte den Hafen gefnndcn nnd Ruhe; aber auch alle andernErlebnisse in Berlin trugen dazu bei, den Aufenthalt ihm zuverschönern. Von Gelehrten sah er vornehmlich Fichte, deres in seinem Umgang gern vergaß, daß er's mit dem „Cla-Vis-Schmid" zu thnn habe; Schleiermachcr, Tieck, Bern-hardi n. A. Von Frauen sah er, nnd zwar mchrentheilsin engen, gemüthlichen Kreisen, die Gräfin Sch labern-dors, Frau v. Bernhard, gcb. Gad, Frau v. Boye,Frau v. Hastfer, Frau Herz re. Auch Julie v. Kru-den er war damals in Berlin nnd er öfter bei ihr. Ein ganzbesonders freundschaftliches Verhältniß entspann sich zwischenJean Paul nnd dem Bruder der Königin Luise, dem Erb-prinzen Georg v. Mecklenburg, in dessen Gesellschaft sichdie liebenswürdige nnd geistreiche Frau v. Berg (die SantaEarolina Gleims) befand. Kurz ein Kreis der edelsten, bestennnd ausgezeichnetsten Menschen umgab ihn nnd Alle warenglücklich mit ihm und durch ihn, nnd er ein Seliger un-ter ihnen.
Zu verwundern war cs unter diesen Umständen, und beider vielen Huld, die ihm die Königin schenkte, daß von Seitedes Königs kein Zeichen der Werthschätzung gegeben wurde.Umsonst rief der alte Gleim: „Ist denn Keiner, der dem Königesage: den Jean Paul Friedrich Richter müssen wir in Berlinscsthaltcn! Er macht ihm Ehre, bringt uns Geld ins Land!Will denn Keiner ein Colbert sein? Kein Schulenbnrg? keinVoß? kein Hardenberg? kein Maaßen? Nicht auch die Köni-gin?" Keiner wollte, und Jean Paul, der selber schwerlicheiugewilligt hätte in ein Verhältniß, das ihn an Berlin ge-bunden haben würde, erhielt vom König nichts als die Zu-sicherung einer Probende, ein Versprechen das im Jahr 1805
Zean Paul's ausgew. Werke. XVI.