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Aus Jean Paul's Leben
Entstehung
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Anrede an seine künftige Geliebte geschrieben:Unbekannte^Ungesehene! hier unter Tönen, neben Len <mf die Berge stei-genden Schatten, in der Stille meines leeren Zimmers trittDein Bild, ach! der Wunsch Deines Bildes vor meine Seele,Ach! wie werde ich Dir einmal dieses geschwollene Herz, das jetztsanfte Thräncn drücken, öffnen! Wie wcrd' ich endlich einmal füralle meine innersten Worte, alle meine wärmsten Thräncn dasWesen finden? O, wie will ich Dir, Dir Alles sagen! Die Tönewerden mein Inneres zerschneiden, die Thräncn werden micherschöpfen, ich werde in Dein naffcs Auge sehen und an Dichfallen und Dich anblicken, und Dich wieder umarmen. Achtnur einmal, nur einmal, du Allliebcndcr, schenke meinem lechzen-den Herzen jene feurige Minute, die wie ein ewig glänzenderPolarstern hoch über mir stand, und die ich nie erreichte!"

Diese Minute und alles ersehnte Glück mit ihr sollteJean Paul in Berlin finden; die Stadt, die ihm für seine li-terarische Laufbahn den ersten Fußbreit WcgcS geschenkt, vomwo der erste Klang der Bewunderung gekommen, sollte ihmauch die Liebe schenken.

Es war in der Jork-Loge, wohin Jean Paul vom Con-sistorialrath Zöllner Ungeladen worden und wo er durch Zu-fall bei der Abcndtasel neben die zweite Tochter des Oberin-bunalrath Maier, Karoline, zu sitzen kam. Die anfäng-liche Bangigkeit des Mädchens vor dem hochausgezcichnetenGast wurde bald durch die Milde und Freundlichkeit desselbenverscheucht, und nun sprach ein so inniges Vertrauen und eineso liebliche Unschuld ans jedem ihrer Worte, daß Jean Paul,offenbar davon betroffen, sich dem Vater vorstcllcn ließ und aneinem der nächsten Tage das Haus desselben besuchte. DieUebcrraschnng war so groß als die Freude, und Karoline