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mit schönen kindlichen Augen, das ganze Gesicht voll Liebeund Reiz und Jugend, mit einer Nachtigallen-Stimmritzeund einem Muttcrherz; dann denke Dir die noch schönereSchwester, die Fürstin von Solms, und eben so gut; und diedritte, die Fürstin von Thnrn und Taxis, welche beide mitmir an einem Tage mit den gesunden, frohen Kindern anka-men. Diese Wesen lieben und lesen mich recht herzlich undwollen nur, daß ich noch acht Tage bleibe, um die erhabeneschöne vierte Schwester, die Königin von Preußen zu sehen.Ich bin auf Mittag und Abend immer gebeten. — Gesternhabe ich vor dem Hofe ans dem Flügel phantasiert."
Eine Folge dieses Besuches in Hildburghansen war, daßihm der Herzog den Titel und die Rechte eines Lcgazionsra-thes verlieh; ferner, daß er den Titan den „vier Schwe-stern auf dem Thron" widmete; endlich, daß ans der neuenenthusiastischen Freundin, wenn auch mit anfänglichem Wider-streben der Anverwandten, eine — Braut wurde. Es war einFrl. Caroline v. Fcuchtersleben, deren schöne Seele JeanPaul innig und mit heiliger Verehrung geliebt, die ihm aberdoch vom Schicksal nicht bestimmt war. In Ilmenau solltedie Verlobung gefeiert werden; Herder begleitete mit seinerFrau den Freund zu diesem wichtigen Fest und war entzückt,wie dieser. Aber bei näherer, besonnener Prüfung erkanntennoch beide rechtzeitig den großen Abstand in Lebensgcwohn-heitcn und Anforderungen, und entschlossen sich, wenn auch un-ter bittersten Schmerzen, spätem Enttäuschungen vorbeugend,das Band der Freundschaft dem Bunde der Liebe vorznziehen.Die Verlobung unterblieb.
Aber Jean Paul war nun einmal erlesen, das weiblicheHerz von allen Seiten und in allen Weisen kennen zu lernen.