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Aus Jean Paul's Leben
Entstehung
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müßiger oder kalter Zuschauer zu sciu bei dcu großen Ereig-nissen der Zeit. Aber bei all seiner heißen Liebe zur Freiheitund deren Vorkämpfern, war er doch voll glühenden Zornesgegen die Ausgeburten der Revolution nnd ließ sich das klareprophetische Auge nicht blenden durch die funkelnden Irrlich-ter des TagS. Ein Denkmal seiner edlen nnd großartigenpolitischen Denkweise ist die kleine Schrift über den Tod derCharlotte Corday, die er auf die Veranlassung von Böt-tigcr und Gcntz gegen Ende dcS Jahres 1709 absaßtc.

Nächst der Politik faßte ihn aber auch die Philosophie amSchreib-Arm. Durch HerdersMetakritik," die er im Ma-nuscript mit ihm durchging; durch den Briefwechsel mit Ja-cobi und durch die Nachbarschaft von Jena war er ihr wiedernahcgckommeu. Die kantische Schule hatte sich, über die Ab-sichten ihres großen Meisters hinaus, als einzig und unfehlbarauSgerusen und drohte mit Geringschätzung des Positiven, mitihrem blos negativen Verfahren eine alles reale Wissen ver-nichtende Verflachung der Geister. Aus ihr war der FichtcscheIdealismus hcrvorgcgangen, der die Welt begrub, indem er siezum Product des Ich, dieses selbst aber, und somit den Egois-mus, transsccndcutal machte. Jean Paul sah in dieser Lehre,ungeachtet aller Achtung vor ihrer folgerichtigen Durchführung,eine neue Verwirrung der Geister, ein trostloses Streben nacheinem Nichts, das keinem äußern, keinem inner» Auge sichtbarwar. Die heiligsten Interessen der Menschheit, der Glaube aneinen persönlichen Gott, freien Urheber und Erhalter der Welt,der Glaube an Unsterblichkeit des Menschen, d. h. als einespersönlichen, selbstbewußten Wesens, und die Liebe als Trieb-feder des Universums: dicß war cs, was er von der Philo-sophie forderte. Hier hatte er in Jacobi den unerschütterlichen