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Aus Jean Paul's Leben
Entstehung
Seite
216
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fülle und Frische, die, verbunden mit einer Freiheit von Ban-den, die sich in Leipzig allmählich enger, wenn auch sanft umihn zu legen gedroht hatten, zu dem oft wicdcrkehrcndcn Aus-ruf bewogen:Wahrlich! ich bin glücklich!"

Ans dieser harmonischen Stimmung, diesem seltenen Ge-fühl der Befriedigung ist das bereits erwähnte Merkchen(Briefe und bevorstehender Lebenslauf) hervorgcgan-gen, das an Neichthnm der Gedanken und Leichtigkeit der Be-wegung, an Anmuth des Ausdrucks, an Witz, Laune und demsanftesten Spiel zwischen Ernst und Scherz, mit einem Wortan Liebenswürdigkeit gewiß kaum seines Gleichen in unsrerLiteratur hat.

Der erste Band des Titan ward nun auch vollendet undtrat zugleich mit dem komischen Anhang ans Licht. DeineJean Paul konnte cs nicht über sich gewinnen, der einen sei-ner beiden Naturen allein das Wort zu geben, und wie erdasKampancrthal" nicht ohne dieErklärung der Holz-schnitte," dieMußthcilc für Mädchen" nicht ohneRis ctstalilsttö für Mannspersonen" in die Welt sandte, so mochteer seine Leser auch nicht in seine hohen italienischen Landschaf-ten führen, ohne wenigstens einige niederländische Bilder anden Weg zu stellen.

Aber noch eine andere Kraft im Genius Jean Pauls,der wir nachmals die erhabensten und erhebendsten Worte andie deutsche Nation verdanken, tritt jetzt in ganzer Fülle her-vor. Schon in den frühesten Regungen seines Geistes wäh-rend der Schul- und Univcrsitätsjahre sprach sich Enthusias-mus für das Fortschreitcn menschlicher Bildung, für Freiheitund Selbstständigkeit der Völker und Individuen mit Entschie-denheit aus. Mit einer solchen Gesinnung war er nicht fähig.