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der Bruder — während des Ausflugs nacki Dresden — heim-lich verlassen, um nie wicdcrzukehrcu. Die „brnderlosc Clause"verleidete ihm Leipzig, dessen „leere, ciugesuukne Gegend"ohnehin keinen Reiz für ihn hatte. In Weimar ward er vonWieland, Herder mit herzlicher Freundschaft, selbst von Göthemit „Verbindlichkeit und Freundlichkeit" empfangen, und soschön war der Kreis, den man dort um ihn zog, daß er es füreine Thorhcit hielt, außer ihm zu leben. Er kehrte daher blosnach Leipzig zurück, um Abschied zu nehmen, und siedelte am20. Oct. 1708 nach Weimar über, wo er am Markt bei demSattlermcistcr Kuhnhold eine heitere, bequeme Wohnungund gute, gefällige Leute zu seinem Empfange bereit fand,und wo er sich so behaglich fühlte, daß er sich sogleich darangab, sein Leben zu schildern, aber freilich nicht sein znrückge-lcgtcs, sondern sein künftiges, in seiner „Konjckturalbio-graphi e."
In Weimar erlebte Jean Paul beglückte Tage. Einen nichtgeringen Theil dieses Glücks dankte er seinem häuslichen, nchm-lich seiner Hauswirthin, der guten rechtschaffenen Frau Knhn-holdin, die wie eine Mutter über all scincn kleinen Bedürf-nissen wachte und sic vorsorglich befriedigte. Außer sscinemStübchen aber standen auch überall nur Liebe und Freude, ihnzu empfangen. Zwar hatten die Keinen damals einen Feuerbrandunter die Geister in Weimar geworfen und namentlich Herderund Göthe sich entfremdet; allein Jean Paul blieb unversehrt,wenn er auch mit seinem Herzen auf Herders Seite stand.Im Umgang mit diesem, Wieland, der Frau v. Kalb, derHerzogin Amalia, Knebel, Böttiger n. A. feierte Jean Paulnur Scelcnfesttage; dabei wuchs in ihm die schaffende Dichter-kraft mächtig fort, und gab ihm eine Jugcndhciterkcit, Lebens-