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waren die Besuche in Tieffurth von ganz besonder»! Werth,indem er hier zum ersten Male an einen Hos kam und Ver-hältnisse in der Wirklichkeit sah, für deren Schilderungen erbis dahin allein an seine Phantasie und an Bücher gewie-sen war.
Drei Wochen hatte Jean Paul in Weimar und Jena ver-lebt, und nichts erfahren als Freude und Liebe. Von einemBlüthcngipfcl in den andern hiueingeschncllet, schwimmend inStrudeln der Lust, mit den Erfahrungen eines Menschenal-tcrs bereichert, war er ganz glücklich, ganz selig. Und dochschwamm in diesem seinen „Freudenbecher" ein bittersterTropfen: „Was Jean Paul gewann, schreibt er an Otto,das verliert die Menschheit in seinen Augen! Ach! meineIdeale von größer» Menschen! . . . Wahrlich, mein Otto,wenn diese Erde so lumpig und so unter allen meinen Er-wartungen ist, daß ich eine erfülle und etwas bin, so kannmich über den Verlust der angebornen, gehofften, erschmachtc-tcn Ideale nichts trösten, als die Gewißheit, daß diese Leutemehr -sind, als das was sie loben, weil sie für Natur halten— weil es ihre ist — was nur, wenigstens zur Halste, Me-chanik und Fleiß geboren hat. Ach! man hat nur die Wahlder Scham, entweder über die menschliche Natur, oder überdie eigne!"
Mit diesem Stachel im Herzen kehrte er nach Hof zurück.
Was man in der Jugend wünscht, heißt es, hat man imAlter die Fülle. Jean Paul hatte es sich von jeher ausneh-mend schön gedacht, wenn recht viele Menschen, ja wenn dieganze Welt an ihn schreiben würde. Die nächstfolgende Zeitbrachte ihm überreiche Erfüllung dieses Wunsches und baldwar der Verfasser des Hesperus der Rathgcbcr von Sorgen-