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Aus Jean Paul's Leben
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men konnte, machte den ersten Eindruck zn einem gewaltigenund gab ihr den Namen, mit dem Jean Paul sie nachmalsbezeichnte, Titanide, derenallmächtiges Herz und Fel-sen-Ich" ihm bei der Linda im Titan vorgcschwebt habenmag. Die Begeisterung, mit der sie Jean Pauls Dichtungenerfaßt, reichte bei all ihrer Gluth für den Dichter selbst, derAlles und unendlich mehr war, als er dargcstellt, nicht mehraus, und ihr entzündetes Gemnth schlug bald in Hellen, aberreinsten Flammen ans. Wie ein Wesen höherer Art, ausge-rüstet mit allen Gütern, welche lautre Herzen beglücken können,war ihr Jean Paul erschienen; alle Räthsel des Lebens warenihr in ihm gelöst, alle Aufgaben erfüllt, und als war' er einejener idealischen Gestalten, die er vor ihr Auge gezaubert, oderder Inbegriff aller, so erfaßte sie ihn und hielt ihn; und wennsonst die Phantasie geschäftig ist, den Zug des Herzens zuverklären und zn verdoppeln, so war hier umgekehrt das Herzder Phantasie gefolgt und liebte, weil diese verehrte, bewun-derte, an betete. Fast täglich war sie um ihn, sie machte ihnmit ihren Freunden bekannt, verschaffte Bücher und Zeitschrif-ten, sann ans größte Freuden für ihn und sorgte mit gleicherLiebe für die kleinsten und zeigte sich ganz als die edle, hoheund begeisterte Freundin, die sie für alle Zeiten geblieben.

Die Herzogin Amalie, welche im Schlöffe Ticffurthbei Weimar wohnte und immer einen erlcsncn Kreis ausge-zeichneter Menschen um sich versammelte, hatte den Gast vomFichtclbcrge frcnndlichst ausgenommen und oft bei sich gesehen.Hier hatte sich in gegenseitiger Hochachtung ein schönes Vcr-hältniß gebildet, das über die kurze Dauer des ersten Aufent-halts in Weimar sich fortspann und welchem die edle Fürstinselbst den Namen der Freundschaft gab. Für Jean Paul aber