Buch „von der Humanität," dessen Herder rühmend gedenkt,lieber Jean Pauls Schriften hatte er sich in einem Brief aneinen Freund u. A. geäußert: „I. Paul ist ein Prophet, einApostel, und ich bin dem schon gram, der ihn auch nur kunst-mäßig loben will. Les't! um Gottes Willen les't! dassollte seine einzige Recension sein!" — Mit diesem Mannetrat Jean Paul rasch in ein inniges Frcundschaftverhältniß,das sich auch ans seinen Bruder und seine Schwester, die nach-malige Fürstin Karolath in Schlesien, ausdchnte und zueinem sehr belebten brieflichen Verkehr führte.
Ein andrer Verehrer trat mit seiner Liebe und Güte ver-hüllt vor den Dichter. Jean Paul erhielt nchmlich durch diePost mit beigeschlossenen fünfzig Thalcrn folgenden Brief:
„Sie sollen arm sein, lieber Herr Richter! Sic? derMillionair an Verstände? Weil diese Millionairs gewöhnlicharm sind, und dieses auch recht gut ist — denn die andernschreiben keine Bücher -— so glaub' ich's, und weil Ihre Bü-cher mir Vergnügen machen, sehr viel Vergnügen, nichts alsVergnügen, so halt' ich für meine Schuldigkeit, Ihnen, lieberHerr Richter, auch ein kleines Vergnügen dadurch zu machen,daß Sie sehen, daß Ihre Leser dankbar sind, alle dankbar sind;die meisten können's aber nicht beweisen, und das ist auch rechtgut; Sie, lieber Herr Richter, würden sonst reich, und schrie-ben keine Bücher mehr. — Grüßen Sie, lieber Herr Rich-ter, Ihren Christian und Ihre Klotilde vom Dankbaren undseien Sic so großmüthig, als er dankbar ist. Ihr ergebensterDiener.
Scheerau, den 23. Mai 1796. Septimus Fixlein."
Der Septimus blieb lange Jahre unbekannt, bis einmalein glücklicher Zufall „den ästhetischen Jubelscnior, dessen Tri-